Camdessus-Nachfolge Koch-Weser soll doch neuer IWF-Chef werden

Caio Koch-Weser könnte offenbar doch neuer Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) werden. Frankreich und die USA haben angeblich ihren Widerstand gegen die Nominierung des Deutschen aufgegeben.


Kandidat für den Chefsessel beim IWF: Caio Koch-Weser
AP

Kandidat für den Chefsessel beim IWF: Caio Koch-Weser

Berlin - Aus Kreisen der deutschen Bundesregierung verlautete, dass der Finanz-Staatssekretär in den kommenden Tagen offiziell als Nachfolger des bisherigen Amtsinhabers Michel Camdessus genannt werden soll. Der Franzose scheidet Mitte dieses Monats als Chef des IWF aus.

Die "Financial Times" kritisiert in ihrem Kommentar das Nominierungsverfahren und Bundeskanzler Gerhard Schröder: "Schröder hat hinter den Kulissen heftig die Fäden gezogen. Eine Ernennung auf der Grundlage, dass Deutschland glaubt, es sei an der Reihe, würde die Glaubwürdigkeit und die Daseinsberechtigung der Institution nicht stärken."

Außerdem wäre für die Finanzzeitung Koch-Weser die falsche Wahl. Der Kommentator der Zeitung schreibt in der heutigen Ausgabe, dass der deutsche Kandidat nur Erfahrungen in langfristigen Entwicklungen habe. Doch genau das Gegenteil sei künftig im IWF gefordert. "Der IWF braucht eine Führung, die sich auf die makro-ökonomische Stabilität konzentriert und zum Management von Finanzkrisen fähig ist."



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