Tarifstreit Pflegepersonal an der Berliner Charité streikt unbefristet

Schlechte Nachrichten für Patienten: An der Berliner Charité ist das Pflegepersonal in einen unbefristeten Streik getreten. Pro Tag sollen 200 Operationen ausfallen.
Berliner Charité am 22.06.2015: Den Druck im Tarifstreit erhöhen

Berliner Charité am 22.06.2015: Den Druck im Tarifstreit erhöhen

Foto: Jörg Carstensen/ dpa

Zwei Jahre laufen die Tarifverhandlungen an der Berliner Charité bereits, nun gehen die Beschäftigten bis zum Äußersten: An Deutschlands größter Universitätsklinik ist das Pflegepersonal in einen unbefristeten Streik getreten. Im Laufe des Tages sollten mehr als 20 Stationen an allen drei Standorten geschlossen werden, sagte Ver.di-Gewerkschaftssekretär Kalle Kunkel. Als erste Auswirkung der Arbeitsniederlegungen werden laut Charité pro Tag 200 Operationen ausfallen. Es gibt aber einen Notdienst.

Mit dem Ausstand will die Gewerkschaft den Druck im Tarifstreit erhöhen. Dabei geht es in erster Linie um zusätzliche Stellen und Mindestbesetzungen. Ver.di fordert 600 zusätzliche Pflegestellen, das Krankenhaus lehnt das aus finanziellen Gründen ab.

Der Versuch der Klinik, den Streik mit einer Klage zu verhindern, war vergangene Woche gescheitert. Das Arbeitsgericht lehnte die Klage unter Hinweis auf die durch Notdienste gesicherte Versorgung der Patienten ab. Die Entscheidung des Landesarbeitsgerichts steht noch aus.

yes/dpa