Wirtschaftsdaten Chinas Exporte steigen überraschend stark

Nach den schwierigen Monaten der Corona-Lockdowns legen die Exporte in China erneut zu. Das liegt auch am Handel mit Russland, das vom Westen mit Sanktionen belegt ist.
Chinas Exporte sind unerwartet stark gestiegen

Chinas Exporte sind unerwartet stark gestiegen

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Yu Fangping / picture alliance / dpa / SIPA Asia via ZUMA Wire

Chinas Exporte haben im Juli unerwartet stark zugelegt und verschaffen der von der Coronapandemie belasteten Wirtschaft  einen Schub. Die Ausfuhren seien im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18 Prozent geklettert, teilte der Zoll mit. Das ist der bislang steilste Anstieg in diesem Jahr. Im Juni betrug das Plus 17,9 Prozent.

Experten hatten einen Exportanstieg von 15 Prozent erwartet. Viele Analysten erwarten allerdings, dass die Ausfuhren angesichts der sich abkühlenden weltweiten Nachfrage nachlassen werden.

Besonders stark entwickelte sich der chinesische Handel mit Russland, der um 37,1 Prozent zulegte. Chinas Einfuhren aus dem – wegen seiner Invasion in die Ukraine mit internationalen Wirtschaftssanktionen belegten – Nachbarland stiegen um 49,3 Prozent. Die chinesischen Ausfuhren wuchsen um 22,2 Prozent.

Die Ausfuhren sind in diesem Jahr einer der wenigen Lichtblicke für die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft. Lockdowns inmitten der Coronapandemie treffen die Bevölkerung und die Unternehmen hart. Der einst überaus starke und vom Staat gestützte Immobilienmarkt taumelt von einer Krise zur nächsten.

Schwache Binnennachfrage

Auf eine weiterhin schwächelnde Binnennachfrage verweisen die Juli-Daten zu den Einfuhren. So stiegen die Importe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,3 Prozent und verfehlten die Prognose von 3,7 Prozent deutlich. Im Juni betrug das Import-Plus ein Prozent.

Darunter leiden auch deutsche Exporteure. Die Importe Chinas aus Deutschland fielen um 6,7 Prozent. Hingegen stiegen die chinesischen Exporte nach Deutschland um 17,6 Prozent. Ähnlich ist der Trend im Handel mit Europa. Chinas Ausfuhren in die Europäische Union stiegen sogar um 23,2 Prozent, während die Einfuhren aus der Gemeinschaft um 7,4 Prozent zurückgingen.

hba/dpa/Reuters
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