Wirkung von Sanktionen China importiert ein Drittel weniger Kohle aus Russland

Eigentlich will China die Sanktionen des Westens gegen Russland nicht unterstützen. Auf Umwegen wirkt das Riesenreich dennoch daran mit. So hat das Land seine Kohleeinfuhren im März stark reduziert.
Kohlekraftwerk in Xining: Kein Land verbraucht mehr Kohle als China

Kohlekraftwerk in Xining: Kein Land verbraucht mehr Kohle als China

Foto: A2800 epa Zuo Xiaoming/ dpa

China hat im ersten Monat nach Kriegsbeginn in der Ukraine deutlich weniger Kohle in Russland gekauft. Die Importe von dort brachen im März um 30 Prozent zum Vorjahresmonat ein, wie aus den Daten der Zollbehörde in Peking hervorgeht.

Der weltgrößte Kohleverbraucher führte nur noch 3,12 Millionen Tonnen aus Russland ein, ein Jahr zuvor waren es noch gut 4,4 Millionen Tonnen. Chinesische Händler fuhren die Importe russischer Kohle auch deshalb zurück, weil sie Schwierigkeiten hatten, die Finanzierung durch staatliche Banken zu sichern. Diese wiederum fürchten, vom Westen mit Sanktionen belegt zu werden.

Die Europäische Union plant, russische Kohleimporte ganz zu verbieten. Deshalb ist mit einem Preisverfall für russische Lieferungen zu rechnen.

Chinesische Händler versuchen, die Zahlung in der Landeswährung Yuan abzuwickeln, um das internationale Zahlungsnetzwerk Swift zu umgehen. Dazu hat Russland nur noch eingeschränkten Zugang, da die westlichen Verbündeten das Land nach dem Einmarsch in die Ukraine davon weitgehend abgekoppelt haben.

mamk/Reuters