Sinkende Corona-Erkrankungszahlen Chinas Autoindustrie erwartet Erholung bis Herbst

Der Höhepunkt der Corona-Epidemie in China ist laut Regierung überschritten. Die Autobranche sagt eine Normalisierung bis Herbst voraus. Auch ein lokaler VW-Vertreter zeigt sich "vorsichtig optimistisch".
Mitarbeiter im Volkswagen-Werk in Nanjing, China (ARCHIV)

Mitarbeiter im Volkswagen-Werk in Nanjing, China (ARCHIV)

Foto: Zhang Nan/ AP

Angesichts des offenbar zurückweichenden Coronavirus in China schöpft die Autobranche Hoffnung. Der Auto-Branchenverband CAAM rechnet nach eigenen Angaben damit, dass sich die Geschäfte im März erholen und bis zum Herbst normalisieren werden. Auch Volkswagen setzt in China auf eine Normalisierung bis Jahresmitte.

Derzeit seien bis auf zwei der insgesamt 33 Werke im Land wieder alle Fabriken am Netz, sagte ein China-Manager von VW. "Wir sind im Wesentlichen im Ein-Schicht-Betrieb unterwegs." Das werde sukzessive hochgefahren, so solle in den kommenden Tagen in den Komponentenwerken wieder in den Zwei-Schicht-Betrieb übergegangen werden. Üblich in Chinas Industrie ist die Fertigung in drei Schichten.

"Wenn sich das so fortsetzt, sind wir vorsichtig optimistisch, dass wir im Juni oder Juli wieder auf Vorjahresniveau sind", hieß es. Die konzerninternen Lieferketten habe man bisher aufrechterhalten können. Auch Zulieferungen aus China in andere Weltregionen seien nicht abgerissen. Es gebe nur "ein kritisches Bauteil", bei dem an den europäischen Standorten aber keine Sorge vor Mangel bestehen müsse.

Die chinesischen Behörden hoben am Mittwoch teilweise ihre Quarantänebestimmungen in Hubeis Hauptstadt Wuhan für einige Schlüsselindustrien auf und ermöglichten so einigen Menschen die Rückkehr zur Arbeit. Honda nahm eingeschränkt die Produktion in einem Autowerk in der Stadt wieder auf. Ebenso hat Nissan angekündigt, die Fertigung teilweise wieder zu starten.

Auch die Virus-Eindämmungsmaßnahmen in zwei weiteren Städten der Provinz - Qianjian und Shishou - sowie in den Bezirken Gongan und Zhuxi sollen wieder gelockert werden.

Einbruch um fast 80 Prozent

Das grassierende Coronavirus und die Quarantäneverordnungen hatten den Autoabsatz in China im vergangenen Monat um knapp 80 Prozent einbrechen lassen. "Chinas Autoverkäufe sanken im Februar auf das Niveau von 2005", sagte Verbandsvertreter Chen Shihua.

CAAM-Vertreter hatten vergangene Woche erklärt, im Gesamtjahr sei mit einem Absatzminus von fünf Prozent zu rechnen, sollte die Virus-Ausbreitung bis April eingedämmt werden. Bereits 2019 sank der Absatz wegen neuer Emissionsstandards und des Handelskonflikts mit den USA um 8,2 Prozent.

Nach Ansicht des leitenden medizinischen Beraters der chinesischen Regierung, Zhong Nanshan, könnte die Epidemie global "bis Juni vorbei" sein. Voraussetzung sei, dass sich alle Länder ähnlich zur Bekämpfung mobilisierten, wie China dies getan habe, so der der Epidemiologe. Den chinesischen Behörden zufolge ist es den strengen Maßnahmen wie der fast vollständigen Abriegelung von Hubei zu verdanken, dass es zu keinen großen Ausbrüchen in anderen Städten gekommen ist.

China erklärte, der Höhepunkt der Epidemie sei überschritten und die neuen Fälle in Hubei zum ersten Mal auf einstellige Zahlen gesunken. "Im Großen und Ganzen ist der Höhepunkt der Epidemie für China überschritten", sagte Mi Feng, ein Sprecher der Nationalen Gesundheitskommission. "Die Zahl der Neuerkrankungen ist rückläufig."

caw/Reuters/dpa
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