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Chinesen setzen auf Hamburg

aus DER SPIEGEL 15/1980

Nach monatelanger Suche haben sich die Abgesandten aus Peking entschieden: In Hamburg gründeten die Chinesen ein Außenhandelszentrum, von dem aus acht nationale Im- und Exportgesellschaften die Geschäfte mit den Deutschen ankurbeln sollen. Als Standort hatten die Chinesen zunächst auch Düsseldorf, Frankfurt und -- auf Betreiben von Franz Josef Strauß - München erwogen. Die Wahl fiel schließlich auf Hamburg, weil in der Hansestadt zahlreiche Handelshäuser beheimatet sind, die bereits seit dem vorigen Jahrhundert Geschäfte mit China tätigen. Zudem erhoffen sich die Chinesen hanseatische Hilfe beim Ausbau ihrer Häfen. Selbst in Schanghai, dem größten chinesischen Hafen, können derzeit nur 25 000. Tonnen tragende Schiffe gelöscht werden - zu wenig für den geplanten Warenaustausch mit dem Westen. Nach Tokio und London ist die Hamburger Filiale das dritte chinesische Außenhandelszentrum in der kapitalistischen Welt. Als Domizil dient den Chinesen ein ehemaliges Wohnheim der Lufthansa. Einige Umbauten sind allerdings nötig: So muß eine Gasleitung gelegt werden, da die fachgerechte Zubereitung der chinesischen Speisen mit Elektro-Herden nicht möglich ist.

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