Großbestellung Chinesische Fluggesellschaften kaufen 292 Maschinen bei Airbus

Für Boeing ist es eine empfindliche Niederlage im ewigen Zweikampf der größten Flugzeugbauer der Welt: bei den ersten großen Deals mit China seit drei Jahren geht der US-Hersteller leer aus – Airbus triumphiert.
Airbus-Maschine in Tianjin, China (Archiv)

Airbus-Maschine in Tianjin, China (Archiv)

Foto: ROMAN PILIPEY / EPA

Der weltgrößte Flugzeugbauer Airbus hat in China an einem Tag fast 300 Passagierjets verkauft. Der Hersteller und die Fluggesellschaften China Southern, China Eastern, Air China und Shenzhen Airlines gaben Großbestellungen für insgesamt 292 Mittelstreckenmaschinen aus der Modellfamilie A320neo bekannt. Damit punktete der Dax-Konzern erneut gegenüber seinem Konkurrenten Boeing aus den USA, dessen Konkurrenzmodell 737 Max in China nach zwei tödlichen Abstürzen lange nicht abheben durfte.

An der Börse stützten die Neuigkeiten den Kurs der Airbus-Aktie. Am Nachmittag lag das Papier mit rund dreieinhalb Prozent im Plus und gehörte damit zu den stärksten Gewinnern im Dax.

Die jüngsten Großbestellungen für Airbus kommen nur wenige Wochen vor der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough, auf der die Flugzeughersteller üblicherweise um große Aufträge buhlen. Nun gab China Eastern Airlines die Bestellung von 100 A320neo-Jets bekannt. Air China ordert 64 Maschinen der Reihe und ihre Tochter Shenzhen Airlines weitere 32 Stück. Zuvor hatte bereits China Southern Airlines den Kauf von 96 Exemplaren der A320neo angekündigt. Zudem will das Unternehmen weitere Maschinen leasen.

Prall gefüllte Aufträgsbücher

Laut Preisliste kommen die chinesischen Aufträge auf einen Gesamtwert von mehr als 37 Milliarden Dollar (35,4 Mrd Euro). Allerdings sind bei Flugzeugbestellungen hohe Rabatte üblich. China Southern Airlines wies in der Mitteilung selbst darauf hin, dass der tatsächliche Preis geringer sei.

Bei den Deals handelt es sich um die ersten größeren Flugzeugaufträge aus China seit rund drei Jahren. Airbus und Boeing ringen seit Jahren um die Vorherrschaft auf dem Luftfahrtmarkt im bevölkerungsreichsten Land der Erde. Zwar leidet der dortige Flugverkehr weiterhin stark unter den harten Beschränkungen infolge der Coronapandemie. Allerdings müssen stark gefragte Flugzeugtypen wie der Airbus A320neo mehrere Jahre im Voraus bestellt werden, da die Auftragsbücher der Hersteller gerade in diesem Segment prall gefüllt sind – und die Produktion auf lange Zeit ausgebucht.

Die bestellten Jets für China Southern sollen in den Jahren 2024 bis 2027 ausgeliefert werden, zudem will die Gesellschaft 19 Maschinen der Reihe leasen. Air China erwartet ihre neuen Flugzeuge in den Jahren 2023 bis 2027, Shenzhen Airlines zwischen 2024 und 2026.

rai/AFP
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