Weltweiter Chipmangel Versicherer erwartet höhere Preise für Autos

Der Chipmangel behindert die Produktion vieler Autohersteller. Er bietet ihnen aber auch die Chance, ihre Preise zu erhöhen, meint der Kreditversicherer Euler Hermes – besonders stark in Deutschland.
Volkswagen-Fahrzeuge bei einem Händler in Hannover (Archivbild): Autos könnten sich spürbar verteuern, prophezeit der Kreditversicherer Euler Hermes

Volkswagen-Fahrzeuge bei einem Händler in Hannover (Archivbild): Autos könnten sich spürbar verteuern, prophezeit der Kreditversicherer Euler Hermes

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Die Preise für Autos könnten nach Einschätzung des Kreditversicherers Euler Hermes in den kommenden Monaten deutlich steigen.

Wegen weltweit fehlender Halbleiter sei die Nachfrage nach Fahrzeugen höher als das Angebot, sagte Ron van het Hof, der Deutschlandchef der Allianz-Tochter Euler Hermes, an diesem Mittwoch: »Die europäischen und deutschen Autobauer sitzen durch die Chip-Knappheit aktuell am längeren Hebel.« Eine Normalisierung sei erst im kommenden Jahr zu erwarten.

Die Autohersteller hätten daher jetzt eine einmalige Gelegenheit, die Preise nach fast 20 Jahren spürbar anzuheben und ihre Margen deutlich aufzubessern.

»3 bis 6 Prozent Preissteigerung sind europaweit deshalb aktuell drin«, sagte van het Hof. In Deutschland seien es sogar zwischen 6 und 10 Prozent. Nach den Corona-Lockdowns sei die Nachfrage gestiegen. Die Neuzulassungen in Europa legten im ersten Halbjahr um 25 Prozent auf 5,4 Millionen Autos zu.

»Diese Erholung sowie die steigende Preissetzungsmacht ist für die gesamte Branche ein Hoffnungsschimmer für die baldige Rückkehr in eine neue Normalität«, sagte van het Hof. »Das ist auch für die Zulieferer ein wichtiges Signal.« Höhere Preise und Margen seien hilfreich, um in Klimaschutz und neue Technologie zu investieren.

che/dpa-AFX

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