Chronik Schwarze Börsentage seit 1929

Rund um den Globus verzeichnen die Aktienmärkte herbe Verluste. Die Angst vor der Weltrezession provoziert Kursrutsche wie zuletzt bei den Anschlägen von 9/11 oder beim Ausbruch des Irak-Kriegs 2003 - die größten Crashs der Börsengeschichte im Überblick.

Oktober 1929: Anfang des Monats erreicht der Dow-Jones-Index noch die Rekordhöhe von 386 Punkten. Doch dann verliert der Index innerhalb einer Woche schlagartig etwa 40 Prozent. Allein am 25. Oktober ist ein 13-prozentiger Kursrückgang zu verzeichnen. Viele Anleger werden zu Notverkäufen gezwungen, weil sie ihre Aktiendepots mit Krediten finanziert hatten. Der "Schwarze Freitag" löst auch in Deutschland Kursstürze aus. Die Situation eskaliert, als US-amerikanische Banken ihre Kredite kurzfristig zurückziehen, um wieder liquide zu werden.

19. bis 20. Oktober 1987: Der Dow-Jones-Index verliert fast 23 Prozent an einem Handelstag. Er fällt um 508 Punkte auf 1738 Zähler. Dieser Kurssturz zieht auch die internationalen Börsen in die Tiefe. Auslöser des Debakels waren Konflikte zwischen den USA und Deutschland um die Zinspolitik und Auseinandersetzungen mit Iran. Verschärft wird das Problem durch die Börsencomputer. Diese erteilen zur Verlustbegrenzung automatische Verkaufsaufträge ab einem definierten Kursverlust. Die Börse beruhigt sich erst Anfang November.

13. bis 16. Oktober 1989: Die Nachricht eines wegen Finanzierungsschwierigkeiten missglückten Unternehmensverkaufs werten US-amerikanische Anleger als Signal, dass die Banken künftig zurückhaltender bei Krediten für Firmenübernahmen sein könnten. Der Dow-Jones-Index schließt mit einem Verlust von 190 Punkten oder 6,9 Prozent bei 2569 Zählern. Der Dax fällt um durchschnittlich 12,8 Prozent auf 1385 Zähler. Nach wenigen Tage hat sich die Börse wieder erholt.

6. August 1990: Vier Tage nach dem Einmarsch irakischer Truppen ins benachbarte Kuwait erfasst die Börsianer die Angst vor den Folgen des Vormarsches der Truppen von Saddam Hussein. Der Dax fällt um 5,4 Prozent.

19. August 1991: In Reaktion auf den später gescheiterten Putsch gegen den damaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow verliert der Dax gut neun Prozent.

27. bis 28. Oktober 1997: Im Sog der Asien-Krise folgt der Dax der Wall Street nach unten und bricht zeitweise um 13 Prozent ein. Der Dow-Jones-Index geht trotz zweimaliger Handelsunterbrechung und vorzeitiger Beendigung des Börsentages um 554 Punkte oder gut sieben Prozent in die Knie und landet bei 7161 Zählern.

30. September bis 1. Oktober 1998: Die Angst vor einer weltweiten Rezession löst an den internationalen Börsen schwere Kursstürze aus. Der Dow-Jones-Index sinkt um 237 Punkte auf 7842 Zähler. Der Dax bricht um mehr als sieben Prozent auf 4154 Punkte ein.

11. September 2001: Die Terroranschläge in den USA schockieren auch die internationalen Börsen. Die Wall Street bleibt über Tage hinweg geschlossen. Der Dax verliert 8,49 Prozent auf 4273 Punkte.

14. bis 17. September 2001: Die Angst vor möglichen Vergeltungsschlägen der USA drücken den Dax drei Tage nach den Anschlägen um mehr als sechs Prozent ins Minus. Dazu kommt die Unsicherheit der Anleger in Europa vor der Wiedereröffnung der Wall Street am darauffolgenden Montag, dem 17. September. Nach viertägiger Handelsunterbrechung fällt dabei der Dow-Jones-Index schließlich um gut sieben Prozent.

5. August 2002 und 3. September 2002: US-Rezessionsängste drücken den Dax um 5,7 beziehungsweise 5,8 Prozent in die Tiefe.

24. März 2003: Wenige Tage nach Beginn des Irak-Krieges wachsen die Zweifel an den Finanzmärkten. Viele Anleger fürchten, der Krieg könnte sehr viel länger als von den USA erwartet dauern. Der Dax stürzt um 6,1 Prozent ab.

21. Januar 2008: Rezessionsängste in den USA greifen auf Europa und Asien über. Während in den USA wegen eines Feiertages die Börsen geschlossen bleiben, schwappte eine Verkaufswelle aus Asien nach Europa. Der Dax fällt um mehr als sechs Prozent.

ssu/AP/Reuters

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