Chrysler-Verkauf Daimler und Magna verhandeln bereits auf höchster Ebene

Die Trennung DaimlerChryslers von seiner defizitären US-Sparte nimmt allmählich konkrete Formen an. Der kanadische Automobilzulieferer Magna tritt nach Zeitungsinformationen in konkrete Kaufverhandlungen mit DaimlerChrysler ein.


Frankfurt am Main - Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" aus Branchenkreisen erfuhr, sind die Gespräche über den Kauf von Chrysler bereits in einem fortgeschrittenen Stadium. Nach Informationen der "FAZ" strebt Magna Chart zeigen gemeinsam mit der kanadischen Investmentfirma Onex eine Mehrheitsbeteiligung an, während DaimlerChrysler Chart zeigen eine kleinere Beteiligung an seiner amerikanischen Automarke behalten würde.

Präsentation des Jeep Liberty: Verhandlungen auf höchster Ebene
AFP

Präsentation des Jeep Liberty: Verhandlungen auf höchster Ebene

Magna-Chef Frank Stronach schicke seine Spitzenleute in die Verhandlungen, schreibt die Zeitung. In dieser Woche werde sich ein Verhandlungsteam des kanadischen Autozulieferers mit Vertretern von DaimlerChrysler treffen. Geführt werde das Magna-Team von Siegfried Wolf, dem Ko-Vorstandsvorsitzenden des Unternehmens. Auf der anderen Seite verhandele DaimlerChrysler-Vorstandsmitglied Rüdiger Grube, der in dieser Woche nach New York aufgebrochen sei, um dort auch mit weiteren Kaufinteressenten zu sprechen. DaimlerChrysler wollte die Informationen nicht kommentieren, ein Unternehmenssprecher lehnte jeden Kommentar dazu ab.

Tracinda, die Investmentgesellschaft des US- Milliardärs Kirk Kerkorian, muss unterdessen der "Financial Times" zufolge ihr Übernahmeangebot für den US-Autobauer Chrysler nachbessern. Die in Aussicht gestellten 4,5 Milliarden Dollar seien nicht genug, um mit am Verhandlungstisch zu sitzen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mit dem Verkaufsprozess vertraute Kreise. Die anderen Interessenten, die beiden Finanzinvestoren Cerberus und Blackstone sowie der kanadische Autozulieferer Magna, hätten fünf Milliarden Dollar oder mehr für die Tochter von DaimlerChrysler geboten.

Kerkorian hatte Anfang April 4,5 Milliarden Dollar in bar für Chrysler geboten, dies aber an die Forderung nach einem exklusiven Blick in Bücher geknüpft. Kerkorian will das Management von Chrysler und die Gewerkschaft United Auto Workers Union (UAW) an der Übernahme beteiligen.

mik/dpa-AFX



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