Cleverles Karriere Lothar Späth wird Investmentbanker

Nach seinen Aktivitäten als Ministerpräsident von Baden-Württemberg und Chef des ostdeutschen Vorzeigekonzerns Jenoptik startet Lothar Späth seine nunmehr dritte Karriere. Für eine große US-Investmentbank soll er den hiesigen Markt betreuen.


Banker Späth: Künftig für Merrill Lynch aktiv
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Banker Späth: Künftig für Merrill Lynch aktiv

Frankfurt am Main - Späth wird nach einem Bericht des "Handelsblatts" neuer Chef der amerikanischen Investmentbank Merrill Lynch in Deutschland und Österreich. Laut Informationen aus dem Unternehmen wird er direkt an Stan O'Neill, den Vorstandschef von Merrill Lynch, berichten.

Deutschland und Österreich gehören für die US-Investmentbank zu den fünf wichtigsten Märkten weltweit. Späth führt künftig rund 250 Mitarbeiter in beiden Ländern. Der Umsatz erreichte im vergangenen Jahr nach inoffiziellen Angaben rund 500 Millionen Euro. Merrill Lynch wollte sich zu dem Führungswechsel zunächst nicht äußern.

Zwischen 1978 und 1991 war Späth Ministerpräsident des Bundeslandes Baden-Württemberg. 1991 legte er alle Mandate nieder, nachdem ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss gegen ihn wegen Vorteilsnahme ermittelt hatte. Im gleichen Jahr wurde das "Cleverle" Vorsitzender der Geschäftsführung der Jenoptik Chart zeigen in Jena und forcierte den Umbau des Kombinats zum modernen Technologiekonzern. 2002 überraschte Späth mit seinem politischen Comeback, als Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU) den Schwaben zum Minister für Wirtschaft und Arbeit im Schattenkabinett machte. 2003 wechselte Späth in den Aufsichtsrat von Jenoptik.



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