CO2-Diskussion Wiedeking wirft EU-Politikern Wirtschaftskrieg vor

Scharfe Attacke von Wendelin Wiedeking gegen EU-Politiker: Unter dem Vorwand des Umweltschutzes führen sie einen regelrechten Wirtschaftskrieg gegen deutsche Premium-Hersteller, behauptet der Porsche-Vorstandschef.

Hamburg - "Die Umweltdebatte wird von einigen EU-Politikern gezielt missbraucht, um die deutschen Premium-Hersteller zu schädigen", sagte er der "Bild"-Zeitung. "Für mich ist das schon ein Wirtschaftskrieg." Besonders harte Forderungen kämen vor allem aus Ländern, die gar keine Autos bauten.

Wiedeking wies darauf hin, dass nicht nur Porsche, sondern auch BMW  , DaimlerChrysler   und VW den Schadstoffausstoß in den letzten Jahren deutlich gesenkt hätten. "Porsche   allein wird bis 2012 noch einmal 20 Prozent besser werden." "Wir brauchen uns vor niemandem zu verstecken, auch nicht vor der japanischen Konkurrenz", sagte Wiedeking der Zeitung.

In der Diskussion um neue C02-Regeln, die die EU-Kommission den europäischen Herstellern auferlegen will, sind vor allem die deutschen Autobauer in die Defensive geraten, die das Premium-Segment dominieren. Sie sehen sich aber zu Unrecht an den Pranger gestellt und Fortschritte der vergangenen Jahre nicht gewürdigt.

Tatsächlich ist im Zuge immer neuer Rekorde bei Motorleistung und Höchstgeschwindigkeit ein etwas schiefes Bild entstanden. Gemessen am Schadstoffausstoß der gesamten Flotte steht zum Beispiel Toyota   schlechter da als Volkswagen  . In der Öffentlichkeit jedoch ist es der japanische Autohersteller, der dank seiner Hybrid-Fahrzeuge als Umweltschützer dasteht. Die ersten Modelle deutscher Hersteller mit Hybridantrieb sollen nun noch in diesem Jahr auf den Markt kommen.

Auch Porsche beugt sich dem Druck des Marktes. Geländewagen Cayenne und das 2009 auf den Markt kommende viertürige Sportcoupe Panamera sollten bis Ende des Jahrzehnts ebenfalls mit Hybridmotor auf den Markt kommen, kündigte Wiedeking auf dem Genfer Autosalon an. Der Cayenne, der mit der Spitzenmotorisierung locker 25 Liter Superbenzin verbraucht, soll dann mit weniger als neun Litern auskommen.

mik/AFP/ddp

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