Mutmaßliche Commerzbank-Erpressung Zwei neue verdächtige Briefe eingegangen

Ein Brief ist in einer Filiale der Commerzbank in Flammen aufgegangen, nun sind zwei weitere Poststücke aufgetaucht, die offenbar gefährlich sind. Die Ermittler sprechen von einer Erpressung.
Commerzbank-Zentrale in Frankfurt am Main

Commerzbank-Zentrale in Frankfurt am Main

Foto: RALPH ORLOWSKI/ REUTERS

Im Zusammenhang mit einem Fall von Erpressung gegen die Commerzbank sind zwei weitere gefährliche Briefsendungen eingegangen. Am 21. April habe der Mitarbeiter einer Filiale eines Vermögensverwalters in Wiesbaden eine verdächtige Briefsendung festgestellt und die Polizei alarmiert, teilte das Polizeipräsidium Mittelfranken in Nürnberg mit. Einen Tag später sei bei einem Immobilienbewerter in Stuttgart ein weiterer präparierter Umschlag eingegangen, den das bayerische Landeskriminalamt danach untersucht habe.

Bereits Anfang April hatte die Bank selbst vor gefährlichen Postsendungen gewarnt. Am 24. März hatte es beim Öffnen eines Briefes in einer Nürnberger Filiale eine Stichflamme gegeben. Die 63-jährige Mitarbeiterin, die das A5-Kuvert geöffnet hatte, wurde dabei nicht schwer verletzt, erlitt aber einen Schock. Die Stichflamme war durch eine chemische Reaktion hervorgerufen worden, teilte die Polizei damals mit.

Nach der kriminaltechnischen Untersuchung der neuen Briefe gehen die Ermittler davon aus, dass sie mit dem Poststück vom März in einem Zusammenhang stehen, sie zum Beispiel vom gleichen Absender stammen. Die gesicherten Spuren würden derzeit mit bundesweiten und europäischen Datenbanken abgeglichen.

Mit Informationen über den Fall hält sich die Polizei derzeit zurück. Sie stufte den Erpresser als einen potenziell gefährlichen Täter ein und warnte erneut davor, dass er weitere präparierte Postsendungen in Umlauf bringen könnte.

Solche Briefe sind verdächtig:

  • Empfänger sollten grundsätzlich misstrauisch sein, wenn sie unerwartete Post erhielten.

  • Diese sollte hinsichtlich Auffälligkeiten in ihrer Beschaffenheit geprüft werden, insbesondere auf Unebenheiten oder fühlbare, harte Gegenstände im Innern des Umschlags.

  • In solch einem Verdachtsfall sollte umgehend die Polizei verständigt werden.

  • Wichtig ist, die Briefsendung in so einem Fall nicht zu öffnen.

mamk/AFP