Commerzbank Gewinnsprung stärkt Verhandlungsposition

Im ersten Halbjahr konnte die Commerzbank ihr Ergebnis mehr als verdoppeln. Nun sieht sie sich gut gerüstet für die weiteren Fusionsgespräche mit der Dresdner Bank.


DPA

Frankfurt am Main - Das Vorsteuerergebnis der Commerzbank konnte in den ersten sechs Monaten mit rund 1,9 Milliarden Euro mehr als verdoppelt werden. Damit übertraf die Nummer vier unter den deutschen Geschäftsbanken bereits im ersten Halbjahr ihr Ergebnis des gesamten Vorjahres um 38 Prozent.

Die Spitzenbilanz ist vor allem auf den Börsengang der Quickborner Direktbank-Tochter comdirect bank im Frühjahr zurückzuführen. Dieser brachte der Commerzbank einen außerordentlichen Ertrag von rund 830 Millionen Euro in die Kassen. Doch auch ohne den Zusatzertrag wäre das Ergebnis noch um 30 Prozent höher ausgefallen als im bereits guten ersten Halbjahr des Vorjahres.

"Diese Zahlen beweisen, dass sich die Commerzbank auch im europäischen Vergleich inzwischen mit den ertragsstärksten Instituten messen kann", bilanzierte der Chef des Geldinstitutes, Martin Kohlhaussen. Die Bank sehe sich daher "gut gerüstet für die Herausforderungen des sich verändernden Bankenmarktes".

Auch die frühe Veröffentlichung der Ergebnisse war wichtig für die Verhandlungsposition der Commerzbank. Die Dresdner Bank wird erst am 1. August in einer Pressekonferenz über den Geschäftsverlauf des ersten Halbjahres berichten. Bis dahin könnte die Commerzbank in Gesprächen von ihren guten Zahlen profitieren. Größter Streitpunkt in den Verhandlungen ist bislang die Aufteilung der Anteile an dem neuen Bankkonzern.



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