Commerzbank Partnerin springt ab

Die Abwehrfront gegen den störenden Anteilseigner CoBRa gerät ins Wanken. Commerzbank-Chef Martin Kohlhaussen konnte die spanische Großbank Banco Santander nicht dazu bringen, ihren Anteil zu verdoppeln.


Keine spanische Hochzeit: Martin Kohlhaussen
REUTERS

Keine spanische Hochzeit: Martin Kohlhaussen

Madrid/Frankfurt am Main - Die Banco Santander Central Hispano (BSCH) hat die Gespräche über eine Verdoppelung ihrer Anteile an der Commerzbank abgebrochen, so ein Sprecher des spanischen Finanzinstituts.

Die BSCH hatte geplant, ihre Mönchengladbacher Filiale CC-Bank an die Commerzbank zu verkaufen und im Gegenzug ihre Beteiligung an der deutschen Partnerin auf zehn Prozent verdoppeln. Durch die stärkere Beteiligung europäischer Partner wollte Commerzbank-Chef Martin Kohlhaussen verhindern, dass die Investmentgesellschaft CoBRa Einfluss auf die weitere Strategie des Frankfurter Bankhauses nimmt.

Ein Commerzbank-Sprecher bestätigte am Montag das Scheitern der Gespräche. Er begründete es mit den unterschiedlichen Preisvorstellungen für die voll im Besitz der BSCH befindlichen CC-Bank Mönchengladbach. Über die Höhe der unterschiedlichen Preisvorstellungen machte der Sprecher keine Angaben.

Frankfurter Bankenkreisen zufolge soll die Commerzbank einen Unternehmenswert in der Größenordnung von 600 Millionen Euro für angemessen gehalten haben, während die BSCH 800 Millionen für die CC-Bank ansetzte. Die bewährte Kooperation mit BSCH werde weiter bestehen, auch wenn man sich nicht habe einigen können, sagte der Commerzbank-Sprecher.

Im Ringen um die Macht bei der Commerzbank mit dem Großaktionär Cobra hatte die Führung des Frankfurter Finanzinstitutes Anfang September angekündigt, das Abwehr-Bündnis mit den europäischen Partnern Generali und BSCH zu verstärken.

"Künftig befindet sich gut ein Fünftel des Commerzbank-Kapitals in den Händen befreundeter Finanzpartner im Ausland", hatte Kohlhaussen seinerzeit erklärt.



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