Gewinner der Coronakrise Wohnmobilhersteller melden Rekordverkäufe

Urlaub in den eigenen vier Wänden – und dennoch nicht zu Hause: Caravaning ist in der Pandemie noch attraktiver geworden. Die Hersteller der Gefährte haben 2021 so viel produziert wie noch nie.
Wohnmobile auf Messe in Hamburg (2020)

Wohnmobile auf Messe in Hamburg (2020)

Foto: Jonas Walzberg / dpa

Die deutsche Caravaning-Branche hat im zweiten Coronajahr ihre Produktion auf ein Rekordniveau gesteigert. Trotz Rohstoffengpässen und verzögerten Zulieferungen lieferten die Unternehmen im vergangenen Jahr 130.666 Wohnmobile und Caravans aus, wie der Branchenverband CIVD mitteilte. Trotz eines Produktionseinbruchs in der zweiten Jahreshälfte waren das 12,8 Prozent mehr als 2020 und überhaupt der höchste Wert in der Geschichte der Branche.

Der Absatz steigerte sich damit, obwohl die Preise für Wohnmobile und Wohnwagen sich teils deutlich erhöht haben. Bei Wohnmobilen etwa lag der durchschnittliche Verkaufspreis eines Neufahrzeugs bei 73.829 Euro, wie der Branchenverband im vergangenen Sommer angab. Und gebrauchte Fahrzeuge sind ebenfalls deutlich teurer geworden; sie waren im vergangenen Frühjahr für durchschnittlich 45.000 Euro zu haben.

Entsprechend erreichte auch der Umsatz der Hersteller einschließlich des Zubehör- und Gebrauchthandels mit 13,9 Milliarden Euro ebenfalls einen Bestwert.

Fast 55.000 Fahrzeuge gingen dem Branchenverband zufolge in den Export, der damit um 18,7 Prozent zulegte. »Die Urlaubsform Caravaning liegt nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa stark im Trend. Die Nachfrage nach deutschen Reisemobilen und Caravans ist ungebrochen«, sagte CIVD-Geschäftsführer Daniel Onggowinarso. Man blicke mehr als optimistisch auf das Jahr 2022, wenn die Rohstoffengpässe abklängen und die Verzögerungen in den Lieferketten nachließen.

Bei den Zulassungen in Deutschland bedeuteten 106.138 neue Freizeitfahrzeuge den zweithöchsten Wert nach dem Rekordjahr 2020. Während bei den Reisemobilen mit 81.420 Fahrzeugen mit einem Zuwachs von 4,3 Prozent das elfte Rekordjahr in Folge erreicht wurde, fiel die Zahl der neuen Wohnwagen im Vergleich zum starken Vorjahr um 15,2 Prozent auf knapp 25.000 Exemplare. Der Verband begründet das mit Lieferengpässen.

fdi/dpa