Coronahilfen Bundeskriminalamt registriert drastischen Anstieg von Subventionsbetrug

Die Zahl der Wirtschaftsdelikte ist in Deutschland sprunghaft gestiegen. Ursache dafür ist offenbar vor allem der vermehrte Betrug bei Coronahilfen.
Antrag für Coronahilfe des Bundes

Antrag für Coronahilfe des Bundes

Foto: Robert Michael / dpa

Fälle von Subventionsbetrug haben in der Coronapandemie erheblich zugenommen. Das Bundeskriminalamt (BKA) registrierte im vergangenen Jahr 7585 Fälle von Subventionsbetrug. Im Jahr 2019 waren es noch 318 Delikte gewesen. Ursache für diesen drastischen Zuwachs sind dabei auch die umfangreichen Hilfsprogramme für Unternehmen und Selbstständige im Zuge der Coronakrise.

Missbräuchlich beantragte Corona-Soforthilfen haben den Großteil der Fälle ausgemacht, sagte ein BKA-Sprecher am Dienstag in Wiesbaden. Durch die Auszahlung von betrügerisch erlangten staatlichen Unterstützungsleistungen sei im Jahr 2020 ein Schaden von insgesamt 151,3 Millionen Euro entstanden.

Wirtschaftskriminalität insgesamt nimmt zu

Erstmals seit dem Jahr 2017 sei auch die Zahl der polizeilich erfassten Fälle von Wirtschaftskriminalität insgesamt wieder gestiegen, berichtete das BKA. 49.174 Fälle seien 2020 registriert worden, was einem Zuwachs von 21,5 Prozent im Jahresvergleich entspreche. 28.509 Tatverdächtige hätten ermittelt werden können, nach 22.290 Personen im Jahr zuvor. Die Aufklärungsquote lag den Angaben nach bei 91,5 Prozent und damit auf dem Niveau der vergangenen Jahre.

Auch die Zahl der Betrugs- und Untreuedelikte im Zusammenhang mit Kapitalanlagen sei erstmals seit dem Jahr 2017 wieder um 36,6 Prozent auf 4865 Fälle gestiegen, so das BKA. Dabei nehmen vor allen Dingen der betrügerische Handel mit Finanzinstrumenten auf Onlineplattformen immer größere Ausmaße an. Besonders im Fokus: der Betrug mit Kryptowährungen, der wegen des Bitcoin-Booms immer mehr Kriminelle anzieht. Die international vernetzten Tätergruppierungen arbeiteten immer professioneller.

Den durch die Wirtschaftskriminalität in Deutschland insgesamt entstandenen Schaden bezifferten die Ermittler im Jahr 2020 auf 3,011 Milliarden Euro. Im Jahr zuvor habe die Schadenssumme 2,973 Milliarden Euro betragen.

beb/dpa
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