In Grafiken erklärt So wird der mRNA-Impfstoff produziert

Impfstoffe auf mRNA-Basis wirken gut gegen Covid-19, doch sie sind noch sehr knapp. Wie genau wird die Vakzine von Biontech hergestellt? Auf welche Produktionsschritte kommt es an?

Auf den ersten Blick ist es eine scheinbar einfache Mixtur, auf der ein mRNA-Impfstoff basiert. In den kleinen Glasfläschchen befinden sich:

Mehr steckt prinzipiell nicht in Biontechs Impfstoff, der seit 27. Dezember 2020 offiziell auch in Deutschland verabreicht wird. Das Paul-Ehrlich-Institut, die staatliche Oberprüfstelle, hat keine Bedenken.

Doch es erfordert Zeit, die benötigten Kapazitäten für die Produktion des aktuell meistgenutzten Corona-Impfstoffs auszubauen. Denn die Herstellung ist alles andere als trivial und unterscheidet sich massiv von der Produktion klassischer Arzneimittel. Dafür nötig sind auch spezielle Fabriken, von denen es bisher nur wenige auf der Welt gibt. Wie genau aber funktioniert die Herstellung eines mRNA-Impfstoffes?

Die entscheidende neue Eigenschaft des Biontech-Impfstoffs ist die Verpackung der mRNA, ihre Schutzschicht aus besonderen Lipidmolekülen. Die winzigen Teilchen müssen genau die richtige Größe besitzen, damit sie den Weg in die menschliche Zelle finden. Doch diese Zutat erhält Pfizer/ Biontech von Zulieferern wie etwa der österreichischen Firma Polymun. Falls diese Firmen an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, kann sich die Produktion wieder verzögern.

Jede Produktionseinheit muss vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen freigegeben werden. In der Regel dauert die Chargenprüfung bei Impfstoffen nur wenige Tage. Dafür muss der Stoff einen bestimmten Toleranzbereich in der Reinheit und der Genauigkeit einhalten, was der Hersteller penibel überwachen muss, um seine Lizenz nicht zu gefährden. Gerät eine Charge aus der Norm, ist sie verloren – und der wirtschaftliche Schaden groß. Selbst den besten Produzenten gelingt es zunächst nicht immer, einwandfreie Chargen herzustellen. Später, wenn ein Hersteller sehr viel Erfahrung in den Produktionsabläufen hat und eine valide Qualitätssicherung vorweisen kann, darf er eine Befreiung von der Chargenfreigabe beantragen.

Hat das PEI keine Bedenken, kann der Impfstoff ausgeliefert werden. Im Fall der Biontech-Vakzine geschieht das in Trockeneisboxen, in denen sie 30 Tage lang gekühlt werden kann. Die Fläschchen lassen sich aber auch bedenkenlos bis zu fünf Tage in gewöhnlichen Kühlschränken bei zwei bis acht Grad aufbewahren, wenn sie gleich verbraucht werden.