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Konflikt um Coronaimpfstoffe Weitere US-Firma reicht Patentklage gegen Biontech ein

Da will noch jemand ein Stück vom Milliardengeschäft: In den USA hat eine Biotechfirma Klage gegen Biontech, Pfizer und Moderna eingereicht. Die Impfstoffriesen sollen bei der Entwicklung von Coronaimpfstoffen Patente verletzt haben.
Die Logos der mRNA-Partner Pfizer und Moderna

Die Logos der mRNA-Partner Pfizer und Moderna

Foto: Dado Ruvic / REUTERS

Die US-Biotech-Firma Promosome sieht ihre Patente durch die milliardenfach verkauften Coronaimpfstoffe der Hersteller Moderna, Pfizer und Biontech verletzt. Die Unternehmen hätten es »versäumt, Promosome für die Entwicklung einer bahnbrechenden Technologie das zu geben, was es verdient«, teilte der Anwalt von Promosome am Dienstag bei der Klageeinreichung an einem Bundesgericht in San Diego mit.

Die Impfstoffhersteller hätten die von Promosome entwickelte Technologie kopiert, die es ermöglicht, mRNA in so kleinen Dosen herzustellen, dass sie sicher und wirksam in den Impfstoffen verwendet werden kann, hieß es in der Begründung. Promosome verlangt einen Anteil der Lizenzgebühren. Moderna, Pfizer und Biontech reagierten nicht sofort auf Anfragen zur Stellungnahme zu der Klage.

Es geht um ein Stück vom Milliarden-Kuchen

Der US-Pharmariese Pfizer hat im vergangenen Jahr mit dem in Partnerschaft mit dem Mainzer Unternehmen Biontech entwickelten Coronaimpfstoff Comirnaty 37,8 Milliarden Dollar verdient. Moderna nahm mit seinem Impfstoff Spikevax rund 18,4 Milliarden Dollar ein. Promosome führt in der Klageschrift an, sich zwischen 2013 und 2016 mit Moderna getroffen zu haben, um über eine Lizenzierung seiner Technologie zu sprechen. Ebenso habe der Präsident von Promosome diese 2015 einem leitenden Biontech-Wissenschaftler vorgeführt. Mit keinem der beiden Hersteller ist laut dem in San Diego und New York ansässigen Unternehmen ein Lizenzvertrag zustande gekommen.

Um die neuartigen mRNA-Impfstoffe tobt bereits seit geraumer Zeit ein Patentstreit zwischen den großen Konkurrenten Moderna auf der einen und Biontech sowie Pfizer auf der anderen Seite. Zunächst hatte Moderna Klage gegen die Wettbewerber eingereicht. Im Dezember 2022 dann starteten Biontech und Pfizer eine Art Gegenangriff und klagten vor einem US-Gericht in Boston gegen Moderna.

Moderna wirft dem Mainzer Impfstoffhersteller und dem US-Pharmariesen vor, bei der Herstellung von Coronaimpfstoffen seine Patente verletzt zu haben. Moderna will nach eigenen Angaben schon vor der Pandemie entsprechende Technologien entwickelt haben.

Pfizer und Biontech halten das für Unsinn. Sie fordern die Abweisung einer Moderna-Klage. Dazu soll das Gericht nach ihrem Wissen feststellen, dass die Patente von Moderna ungültig sind.

dpa/Reuters