Nach starken Schwankungen Börsen drehen ins Plus

Ein Auf und Ab bestimmt den Handel an den internationalen Börsen. Im Handelsverlauf stabilisierte sich die Lage.
Handelssaal an der New Yorker Börse: Wegen der Corona-Pandemie ist der Parketthandel erstmals seit 228 Jahren vorübergehend geschlossen

Handelssaal an der New Yorker Börse: Wegen der Corona-Pandemie ist der Parketthandel erstmals seit 228 Jahren vorübergehend geschlossen

Foto: Kearney Ferguson/ dpa

Die US-Börsen haben nach der Einigung auf ein Konjunkturpaket stark zwischen Gewinnen und Verlusten geschwankt. Die hohe Unsicherheit über das Ausmaß und die Folgen der Pandemie lösten immer wieder Verkäufe aus, insbesondere nach den jüngsten Gewinnen. Später drehten die Kurse an der Wall Street wieder ins Plus.

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial legte nach einer Berg- und Talfahrt im frühen Handel zuletzt wieder um 4,6 Prozent auf 21.647 Punkte zu. Am Dienstag hatte er in einer rasanten Erholung das erwartete Hilfspaket bereits vorweggenommen und war um rund elf Prozent gestiegen. Solch einen starken Tagesgewinn hatte es seit 1933 nicht mehr gegeben. Nach Börsenschluss wurde dann bekannt, dass das Paket ein Volumen von zwei Billionen US-Dollar haben und an diesem Mittwoch das Repräsentantenhaus passieren soll.

Der marktbreite S&P 500 setzte nach einem Vortagesgewinn von etwas mehr als neun Prozent seine Erholung mit plus 2,9 Prozent auf 2519 Punkte fort. Der technologielastige Nasdaq 100 gewann 1,5 Prozent auf 7528 Punkte. In Europa schloss der Dax mit einem Plus von 1,8 Prozent bei 9874 Zählern, nachdem er im frühen Handel noch über die 10.000-Punkte-Marke gesprungen war.

"Nur temporäre Erleichterung"

"Zwar hat die Rally an den US-Börsen schon etwas für Erleichterung gesorgt, doch das alles ist nur temporär, solange die Pandemie sich lokal und weltweit weiter ausbreitet", sagte ein Marktstratege. Erst wenn die Ausbreitung des Virus eingedämmt werden könne, sei eine nachhaltigere Erholung möglich.

Bedenklich sei aktuell die Situation vor allem in den USA, sagte Marktanalyst Christian Henke vom Broker IG. Sorgen bereitet dort insbesondere die Entwicklung in New York. Laut Vizepräsident Mike Pence kommen 60 Prozent aller neuen US-Fälle aus dem Großraum der Metropole.

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Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Am Ölmarkt hielt die Freude über das US-Konjunkturprogramm nicht lange. Hier komme noch der Preiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland hinzu, sagte Bjornar Tonhaugen, Chef-Ölanalyst des Research-Hauses Rystad. Da diese wichtigen Förderländer den Ölförderung stark ausweiteten, drohe ein massives Überangebot. Die Ölsorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 3,2 Prozent auf 26,29 Dollar je Barrel (159 Liter).

Devisenanlegern machte das US-Hilfspaket vorerst mehr Mut. Sie zogen sich aus dem "sicheren Hafen" Dollar zurück und steckten ihr Geld in andere Währungen. Dies drückte den Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, 0,6 Prozent ins Minus. Im Gegenzug verteuerte sich der Euro um 0,2 Prozent auf 1,0811 Dollar. "Wir müssen aber abwarten, wie sich die Dinge weiter entwickeln", sagte Anlagestratege Kenneth Broux von der Bank Société Générale.

brt/Reuters/dpa
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