Zweites Quartal Bundesbank erwartet langsame Erholung der deutschen Wirtschaft

Vorsichtiger Optimismus: Nach aktueller Lage hält die Bundesbank eine leichte Belebung der Wirtschaft noch in diesem Quartal für möglich. Zunächst geht es aber wohl abwärts.
Container am Hamburger Hafen: Wirtschaftserholung in Sicht

Container am Hamburger Hafen: Wirtschaftserholung in Sicht

Foto: Axel Heimken/ dpa

Die deutsche Wirtschaft wird sich nach Einschätzung der Bundesbank im zweiten Quartal langsam erholen. "Es spricht derzeit vieles dafür, dass sich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Verlauf des zweiten Quartals im Zuge der Lockerungsmaßnahmen wieder aufwärtsbewegen wird und eine Erholung in Gang kommt", hieß es im Monatsbericht Mai .

Die Bundesregierung hingegen rechnet nach derzeitigem Stand erst mit einer Erholung nach dem zweiten Quartal. Im ersten Vierteljahr 2020 war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zum Vorquartal um 2,2 Prozent geschrumpft. Damit stürzte Europas größte Volkswirtschaft in die Rezession - obwohl von den Einschränkungen zur Bekämpfung des Virus im ersten Vierteljahr vor allem der März betroffen war.

Für den Beginn des zweiten Quartals rechnet die Bundesbank mit einem größeren Einbruch, da der "Shutdown" vor allem im April Konsum, Exporte und Investitionen stark gedrückt habe. "Die Wirtschaftsleistung dürfte nochmals erheblich niedriger ausfallen als im Durchschnitt des schon gedrückten ersten Vierteljahres." Trotz der Lockerungen in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens sei die Wirtschaft "nach wie vor sehr weit von einem Zustand entfernt, der bislang als normal angesehen wurde".

Entwicklung weiterhin unsicher

Doch die wirtschaftliche Entwicklung der kommenden Monate sei weiterhin unsicher: "Diese hängt unter anderem vom weiteren Verlauf des globalen Infektionsgeschehens und der ergriffenen Eindämmungsmaßnahmen ab, aber auch von davon beeinflussten Veränderungen des Konsum- und Investitionsverhaltens."

Maßnahmen der Bundesregierung zur Konjunkturbelebung steht die Bundesbank offen gegenüber. "Damit lässt sich einer Nachfrageschwäche nach den starken Einschränkungen zusätzlich entgegenwirken", hieß es im Monatsbericht. Ein Konjunkturprogramm müsse aber zielgerichtet und befristet angelegt sein. "Sonstige staatliche Ziele etwa zum Klimaschutz oder zur Digitalisierung könnten dabei berücksichtigt werden."

nsp/dpa/Reuters
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