Coronakrise US-Notenbankchef Powell dringt auf mehr staatliche Hilfen

Die Corona-Pandemie könnte die USA in eine länger andauernde Krise stürzen. Das fürchtet Notenbankchef Powell. Gleichzeitig hält er weitere Finanzhilfen für notwendig.
Fed-Chef Jerome Powell (Archivbild): Die Notenbank spricht sich für weitere Finanzhilfen aus

Fed-Chef Jerome Powell (Archivbild): Die Notenbank spricht sich für weitere Finanzhilfen aus

Foto: Kevin Lamarque / REUTERS

Die US-Notenbank Federal Reserve fordert mehr finanzielle Hilfen vom Staat. Der Kongress solle es in Erwägung ziehen, seine bereits umfassende Unterstützung auszuweiten, sagte der Fed-Vorsitzende Jerome Powell in einem Vortrag bei der Denkfabrik "Peterson Institute". Andernfalls könne die Krise lange dauern und ein anhaltend schwaches Wachstum und stagnierende Einkommen mit sich bringen.

Die US-Notenbank werde ihre Instrumente weiterhin in vollem Umfang einsetzen, bis die Krise eindeutig überstanden sei, sagte Powell. Der Weg dahin sei aber höchst ungewiss und mit erheblichen Risiken verbunden.

Die USA sind das Land mit den meisten Infizierten und Todesopfern in Zusammenhang mit dem neuartigen Virus. Wegen der Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung verloren allein im April 20,5 Millionen Menschen ihre Jobs. Einige Ökonomen gehen davon aus, dass die Wirtschaft im laufenden zweiten Quartal auf Jahresbasis um bis zu 40 Prozent schrumpfen könnte.

Powell fürchtet längere Konjunkturkrise

Die wirtschaftlichen Folgen der Krise seien wesentlich schlimmer als jede Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg, sagte Powell weiter. Er rechnet mit einer längeren Phase wirtschaftlicher Schwierigkeiten. Der weltgrößten Volkswirtschaft könne eine "längere Periode" mit niedrigem Wachstum und stagnierender Einkommen drohen, sagte Powell weiter.

Die bisherige Reaktion auf die Krise sei "besonders schnell und energisch" gewesen. "Aber es könnte einige Zeit dauern, bis die Erholung an Schwung gewinnt", warnte Powell. Dies hänge nicht zuletzt von den medizinischen Fortschritten bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie ab.

Die Notenbank hat ihre Geldpolitik in der Coronakrise bereits beispiellos gelockert. Es kommen auch gänzlich neue Instrumente zum Einsatz. Beispielsweise kauft die Fed über Umwege auch Anleihen von Unternehmen mit eigentlich unzureichender Bonität.

brt/Reuters/dpa
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