Corona-Shutdown Novemberhilfen kommen frühestens im Januar

Die Beschränkungen zur Bekämpfung der zweiten Corona-Welle setzen den betroffenen Betrieben extrem zu. Auf die versprochene schnelle Hilfe müssen sie allerdings noch warten.
Gaststätte in Hamburg: Frust und Verzweiflung

Gaststätte in Hamburg: Frust und Verzweiflung

Foto: Chris Emil Janssen / imago images/Chris Emil Janßen

Die Auszahlungen der staatlichen Überbrückungshilfen an die deutsche Wirtschaft verzögern sich einem Zeitungsbericht zufolge bis in den Januar 2021. Grund sei, dass das Software-Tool zur Antragsbearbeitung bislang noch nicht fertiggestellt sei, berichtete »Bild« am Samstag unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion. »Der derzeit mit dem Dienstleister vereinbarte Zeitplan sieht vor, dass mit der Antragsbearbeitung möglichst im Dezember begonnen werden kann und Auszahlungen im Januar erfolgen können«, heiße es darin.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Marco Buschmann, kritisierte die späte Auszahlung: »Es ist ein Offenbarungseid, dass noch kein einziger Antrag auf Novemberhilfe regulär bearbeitet werden konnte«, sagte er der »Bild«. Zudem bleibe völlig unklar, wann der Bund die dafür notwendige Software liefern könne. Der Hotel- und Gaststättenverband sprach von Frust und Verzweiflung bei vielen Unternehmen. Nun müssten die Abschlagszahlungen deutlich aufgestockt werden, ansonsten seien Insolvenzen programmiert, zitiert die Zeitung Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges.

Vom Teil-Shutdown im November betroffene Unternehmen sollen drei Viertel ihres Vorjahresumsatzes ersetzt bekommen. Das dürfte den Bund rund 15 Milliarden Euro kosten. Doch Anträge waren erst ab Ende November möglich – und ausgezahlt wird zunächst nur eine kleine Abschlagszahlung von bis zu 10.000 Euro je Unternehmen. Zu spät und zu wenig, lautet die Kritik seit Wochen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) prüft deswegen höhere Abschlagszahlungen für den Dezember.

mik/Reuters
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