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Coronaschutz in Verkehrsmitteln Lufthansa sieht Durchsetzung der Maskenpflicht als Sicherheitsrisiko

Das Tragen von Schutzmasken ist weitgehend freiwillig geworden – an Bord von Flugzeugen oder Zügen sind sie aber nach wie vor Pflicht. Deren Durchsetzung jedoch stellt die Lufthansa nun auf den Prüfstand.
aus DER SPIEGEL 22/2022
Passagiere beim Einsteigen in einen Lufthansa-Airbus

Passagiere beim Einsteigen in einen Lufthansa-Airbus

Foto: Frank Hoermann / Sven Simon / IMAGO

Die weiterhin geltende Maskenpflicht bei allen Passagierflügen, die in Deutschland starten oder landen, sorgt zunehmend für Probleme. Fluggäste würden häufiger mit Unverständnis reagieren, weil in vielen Ländern die Regel abgeschafft wurde, heißt es in der Branche. Da das Gesetz hierzulande aber bisher nicht angepasst wurde, reagiert Lufthansa nun pragmatisch.

In einer internen Risikobewertung kommt der Konzern zum Schluss, dass die Durchsetzung der Maskenpflicht ein größeres Sicherheitsrisiko sei, als maskenlose Passagiere gewähren zu lassen. Immer wieder komme es zu Eskalationen zwischen Passagieren und Crews, wenn Reisende keine Maske tragen, weshalb die Durchsetzung der Maskenpflicht nun überprüft werden soll.

Bundeskanzler Olaf Scholz an Bord eines Airbus der Flugbereitschaft im Januar 2022 am Flughafen BER auf dem Weg nach Madrid

Bundeskanzler Olaf Scholz an Bord eines Airbus der Flugbereitschaft im Januar 2022 am Flughafen BER auf dem Weg nach Madrid

Foto: Michael Kappeler / dpa

Viele ausländische Fluglinien lassen auf Flügen von und nach Deutschland die Maskenkontrollen schleifen, Condor und Lufthansa galten zuletzt noch als sehr diszipliniert in dieser Frage. Für Verwunderung in der Luftfahrtbranche sorgten Fotos, die Bundeskanzler Olaf Scholz in Flugzeugen zeigten – dort war er ohne Maske zu sehen.

Aus: DER SPIEGEL 22/2022

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Zwar gilt in immer weniger Ländern die Pflicht, an Bord von Flugzeugen eine Maske zu tragen. Allerdings hält nicht nur Deutschland an der Maskenpflicht bei Flügen fest. Auch in anderen EU-Staaten regeln nationale Gesetze weiterhin das verpflichtende Tragen von Masken zur Corona-Prävention. Darunter sind Urlaubsziele wie Spanien, Griechenland, Portugal und Italien.

Bei Flugreisen muss sowohl beim Ein- und Ausstieg sowie während des gesamten Fluges eine FFP2- oder medizinische Maske getragen werden. Abnehmen kann man sie nur beim Essen und Trinken. Ausgenommen von der Pflicht sind in Deutschland Kinder unter sechs Jahren.

Neben dem Luftverkehr gilt auch bei der Bahn nach wie vor eine Maskenpflicht. Auch dort kommt es immer wieder zu Konflikten mit Zugbegleitern, weil sich nicht alle Reisenden an die Verpflichtung zum Tragen einer medizinischen Maske halten. So muss etwa auch im Bordrestaurant die Maske immer dann getragen werden, wenn der Gast gerade nicht isst oder trinkt.

Große Kreuzfahrtreedereien wie Aida Cruises, Hapag-Lloyd Cruises und demnächst auch TUI Cruises haben die Maskenpflicht für ihre Gäste bereits abgeschafft. Schiffe sind allerdings auch nicht von den aktuellen Maskenregelungen im Infektionsschutzgesetz betroffen.

Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) sieht weiteren »Anpassungsbedarf« für die Maskenpflicht in Verkehrsmitteln. Laut Infektionsschutzgesetz gilt diese in Flugzeugen und Fernzügen vorerst bis 23. September. Auch im Nahverkehr müssen Masken getragen werden, hier erfolgt die Anordnung jedoch durch die Bundesländer.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will anders als sein Kabinettskollege Wissing an der Maskenpflicht festhalten. Es fehle der Spielraum angesichts von bis zu 150 Coronatoten täglich, auf Masken im öffentlichen Verkehr zu verzichten, twitterte Lauterbach im Mai. Auch von den mitregierenden Grünen kam Widerspruch zu Wissings Vorstoß.

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