Coronamedikament Hunderttausenden Packungen Paxlovid droht Vernichtung

Paxlovid soll wirksam schwere Verläufe einer Coronaerkrankung verhindern. In Deutschland stößt das Medikament allerdings auf wenig Gegenliebe.
Paxlovid: »Lieber an ärmere Länder verschenken«

Paxlovid: »Lieber an ärmere Länder verschenken«

Foto: Fabian Sommer / dpa

Wegen geringer Nachfrage droht in Deutschland die Vernichtung von Hunderttausenden Packungen des Coronamedikaments Paxlovid. Das geht aus einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage des CSU-Gesundheitspolitikers Stephan Pilsinger hervor, wie die RND-Zeitungen am Montag berichteten. Demnach wurden von den bestellten eine Million Packungen bisher 460.000 an den Großhandel ausgeliefert.

Der Vorrat übersteigt aber offensichtlich die Nachfrage bei Weitem. Denn die Lager bleiben voll. Das führt so weit, dass viele der Packungen bald ihr Haltbarkeitsdatum überschreiten. »280.000 Packungen erreichen im Februar 2023 ihr Verfalldatum«, heißt es demnach in der Antwort des Gesundheitsstaatssekretärs Edgar Franke (SPD). Eine mögliche Verlängerung der Haltbarkeitsfrist des Arzneimittels werde geprüft.

Pilsinger sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) mit Blick auf die bereits erfolgte Vernichtung von mindestens vier Millionen Corona-Impfstoffdosen: »Dass nun Paxlovid-Dosen für Millionen von Euro abzulaufen drohen, zeigt, dass Karl Lauterbach nichts dazugelernt hat.« Bevor das wertvolle Medikament ungenutzt abläuft, »sollte man es lieber an ärmere Länder verschenken«, forderte der CSU-Politiker.

Das Medikament des US-Pharmakonzerns Pfizer soll helfen, schwere Coronaverläufe zu verhindern. Es ist in Deutschland allerdings nach Schätzungen erst rund 30.000-mal verschrieben worden, wie die RND-Zeitungen weiter berichteten.

Bundesgesundheitsminister Lauterbach (SPD), der von der Wirksamkeit des Medikaments überzeugt ist, versuche daher, die Verschreibungszahlen zu erhöhen. So wolle er zum Beispiel erlauben, dass Ärzte das Arzneimittel direkt an die Patientinnen und Patienten abgeben können. Allerdings ist der Verkauf von Medikamenten bislang allein den Apotheken vorbehalten – die Verteilung direkt durch Ärzte würde das Monopol verletzen.

mik/AFP
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