Umfrage des Arbeitsministeriums Mehr als 90 Prozent der Beschäftigten sind gegen Covid-19 geimpft

In deutschen Betrieben stößt die Impfkampagne einer Umfrage zufolge auf großen Anklang: Fast alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind geimpft, die große Mehrheit ist geboostert.
Impfzentrum beim Autohersteller Opel

Impfzentrum beim Autohersteller Opel

Foto: Sebastian Gollnow / picture alliance/dpa

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92 Prozent der abhängig Beschäftigten in Deutschland sind mindestens zweimal gegen Covid-19 geimpft. Zusätzlich haben 83 Prozent der Geimpften bereits einen Booster erhalten, im November waren es erst sieben Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums (BMAS). Befragt wurden 1001 abhängig Beschäftigte im Zeitraum vom 17. bis 21. Januar dieses Jahres. Es ist bereits die elfte Befragung seit Ausbruch der Pandemie.

Umgerechnet auf alle abhängig Beschäftigten sind damit 77 Prozent geboostert, weitere 15 Prozent zweimal geimpft, zwei Prozent fehlt noch die Zweitimpfung und lediglich fünf Prozent sind noch nicht geimpft. Dass die Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zur Impfquote deutlich niedriger sind, liegt an der Grundgesamtheit. Das RKI erfasst alle Personen ab dem zwölften Lebensjahr, die BMAS-Befragung die abhängig Beschäftigten zwischen 18 und 64 Jahren. »Die Coronakrise fordert seit fast zwei Jahren von Beschäftigten und Betrieben viel ab. Umso erfreulicher ist es, dass bis heute fast alle an einem Strang ziehen«, sagt Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD).

Impfstatus in den Betrieben kein Geheimnis

Die Bereitschaft der bislang nicht geimpften fünf Prozent der Beschäftigten hat sich in den vergangenen Monaten nicht verändert: 20 Prozent sind grundsätzlich zu einer Impfung bereit, ein Drittel lehnt das ausdrücklich ab. 20 Prozent sind noch unentschlossen. Im Januar konnten sich mehr Mitarbeiter (65 Prozent) über ihre Betriebe impfen oder boostern lassen als noch im November 2021 (55 Prozent). Fast alle bekamen von ihren Arbeitgebern Coronatest-Angebote. 49 Prozent der Beschäftigten testen sich zumindest einmal in der Woche zu Hause mit einem Schnelltest.

In den Betrieben ist der Impfstatus der Beschäftigten kein Geheimnis mehr: 95 Prozent der geimpften und 83 Prozent der ungeimpften Befragten gaben an, dass ihre Arbeitgeber wissen, wer zu welcher Gruppe gehöre. Auch unter den Kollegen und Kolleginnen herrscht weitgehend Klarheit, fast alle (93 Prozent) kennen den Impfstatus zumindest von einigen Kollegen, mit denen sie regelmäßig Kontakt haben. 70 Prozent gaben an, den von allen Mitarbeitern zu wissen.

Mehrheit für Impfpflicht am Arbeitsplatz

Das Arbeitsministerium ließ die Beschäftigten auch zu ihrer Meinung zu einer arbeitsplatzbezogenen Impfpflicht befragen: Dabei sprachen sich 74 Prozent für eine einrichtungsbezogene Impfpflicht aus, etwa im Gesundheits- und Pflegebereich. Auch für eine generelle und branchenunabhängige Impfpflicht findet sich eine Mehrheit von 58 Prozent. Die Haltung ist unabhängig von Alter, Geschlecht, Bildung oder Einkommen, allerdings abhängig vom eigenen Impfstatus.

Die meisten Befragten (88 Prozent) befürworten wenigstens eine 3G-Regel am Arbeitsplatz, 24 Prozent wollen weiterreichende Vorschriften. Lediglich elf Prozent lehnen Zutrittsregeln ab. 84 Prozent haben keine oder wenig Angst, sich am Arbeitsplatz anzustecken. Allerdings werden in den Firmen zunehmend zwischen Geimpften und Ungeimpften Unterschiede gemacht. Im September 2022 sagten dies erst zwölf Prozent der Befragten, in diesem Januar waren es schon 35 Prozent. Wer nicht geimpft ist, muss sich in der Regel öfter Coronatests unterziehen. Aber es werde auch darauf geachtet, dass beide Gruppen nicht direkt zusammenarbeiten oder getrennt Pausen machen.

In Zeiten von Omikron und steigender Inzidenz stieg im Januar der Anteil der Beschäftigten im Homeoffice wieder leicht an auf 44 Prozent. Allerdings ist die Intensität der Nutzung deutlicher niedriger als in vorangegangenen Wellen. Verbrachten im Februar 2021 57 Prozent der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Homeoffice ihre gesamte oder überwiegende Arbeitszeit dort, waren es im Januar 2022 lediglich 30 Prozent. In der Omikron-Welle komme es darauf an, sagt Heil, weiterhin »Homeoffice zu ermöglichen, wo es geht, für das Impfen zu werben und konsequent weiter den Arbeitsschutz zu beachten«.

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