Pandemie macht Buntstifte teuer Zahlen fürs Malen

Faber-Castell-Buntstiftkasten
Foto: Jens Kalaene / picture alliance / dpaDie Folgen der Coronapandemie sorgen für stark steigende Kosten bei Bunt- und Bleistiftherstellern im Land – die diese wohl an die Verbraucher weitergeben. Die Holzpreise seien deutlich gestiegen, sagte der Vorstandschef von Faber-Castell, Stefan Leitz. Dazu kämen die stark gestiegenen Schiffsraten und höhere Kosten für Energie und Kunststoff-Rezyklate, die Faber-Castell zum Beispiel für seine Textmarker einsetze.
»Unser Anspruch ist, dass wir das durch Produktivitätssteigerungen soweit wie möglich ausgleichen können«, sagte Leitz. »Dies ist jedoch nicht immer möglich. Der Rest muss folglich durch Preiserhöhungen ausgeglichen werden.« Faber-Castell habe im vergangenen Jahr in einigen Ländern bereits die Preise angehoben. »In anderen Märkten, ganz besonders in Europa, beschäftigen wir uns gerade mit der Frage. Es ist nicht auszuschließen, dass wir dort noch selektiv für gewisse Produkte eine Preiserhöhung vor uns haben.«
Auch die Konkurrenten Stabilo und Staedtler bekommen diese Entwicklung zu spüren. Staedtler wollte sich nicht näher dazu äußern, wie man auf die Kostensteigerungen reagieren werde. Eine Sprecherin von Stabilo erklärte, es werde gerade geprüft, wie das Unternehmen strategisch und taktisch damit umgehe.
Die Schließung von Schulen und Universitäten während der Pandemie habe die Schreibwarenbranche hart getroffen. Faber-Castell hatte darauf mit dem Abbau von etwa 1100 Stellen weltweit reagiert. Weitere Standortschließungen seien nun aber nicht geplant, sagte Firmenchef Leitz. Man investiere gerade viel Geld in die Automatisierung der Fertigung.
So habe man die »Profitabilität des Unternehmens« im abgelaufenen Geschäftsjahr »wieder steigern« können, so Leitz: 452 Millionen Euro setzte die Gruppe um. Angaben zum Gewinn macht der Familienbetrieb traditionell nicht.
Starke Zuwächse habe es während Corona im Künstler- und Hobbybereich gegeben – 30 Prozent allein im vergangenen Jahr. Dieser Trend dürfte sich laut Leitz fortsetzen. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet er mit einem Umsatzwachstum von etwa elf Prozent – womöglich könnte sogar Vor-Corona-Niveau erreicht werden.