Zur Ausgabe
Artikel 40 / 86

Konsum Corona stärkt nachhaltiges Einkaufen

Immer mehr Bundesbürger und Bundesbürgerinnen sind bereit, für nachhaltig und ökologisch hergestellte Produkte mehr Geld auszugeben – das zeigt eine Studie. Ältere Männer scheinen sich dem Trend jedoch zu widersetzen.
aus DER SPIEGEL 20/2021
Kunden in verpackungsfreiem Laden: Wirklich etwas in Bewegung

Kunden in verpackungsfreiem Laden: Wirklich etwas in Bewegung

Foto: Christian Beutler / dpa

Die Pandemie hat bei den Bundesbürgern und Bundesbürgerinnen das Interesse an nachhaltigen Konsumgütern gesteigert. Drei Viertel der Verbraucher haben beim Einkauf von Lebensmitteln, Kosmetika und Putzutensilien inzwischen auch Kriterien wie soziale Gerechtigkeit, Klimawandel oder Tierwohl im Blick. Das zeigt eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey unter 5000 Konsumenten im deutschsprachigen Raum. 51 Prozent der Befragten sind demnach bereit, für nachhaltig und ökologisch hergestellte Produkte mehr Geld auszugeben. Vor der Pandemie war dieser Wert etwa zehn Prozentpunkte geringer.

Die Pandemie mache vor allem jungen Frauen die Auswirkungen ihres Konsums bewusst, so McKinsey, ältere Männer seien tendenziell schwerer erreichbar. Zwar sei auch bei dieser Studie die sogenannte Attitude-Behaviour-Gap zu berücksichtigen, also der Umstand, dass Verbraucher sich in Umfragen gern veränderungsbereit geben, an der Ladentheke dann aber einkaufen wie zuvor, sagt Studienleiter Sebastian Gatzer. »Dennoch sehen wir, dass aktuell wirklich etwas in Bewegung kommt.«

So würden nachhaltig gekennzeichnete Produkte deutlich schneller als der Durchschnitt wachsen, gerade bei den Jungen. Obwohl sie weniger Einkommen zur Verfügung hätten, hinterfragten sie deutlich stärker ihren Konsum, so Gatzer. »Und sie machen bald die größte Käufergruppe aus. Das zeigt uns, dass der Nachhaltigkeitstrend auch nachhaltig ist.«

sbo
Zur Ausgabe
Artikel 40 / 86
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.