Coronavirus Handel sieht sich nicht für Kontrolle der Maskenpflicht zuständig

Seit Montag gilt in den meisten Bundesländern Maskenzwang beim Einkaufen. Die Kontrolle sei allein Sache der Polizei, erklärt der Handel.
Kundin im Supermarkt

Kundin im Supermarkt

Foto: Sebastian Gollnow/ dpa

Der Handel sieht sich nicht in der Verantwortung, den Bürgern zum Einkaufen kostenlos Masken zur Verfügung zu stellen. "Wir halten das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für eine Bürgerpflicht. Jeder ist dafür selbst verantwortlich", sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). Auch sei der Handel nicht dafür zuständig, die Maskenpflicht zu kontrollieren. "Wir sind nicht die Polizei. Das ist eine hoheitliche Aufgabe. Dafür reicht unser Hausrecht nicht aus." Die Androhung von Ladenschließungen, weil Kunden keine Masken tragen, hält der HDE-Chef "erst recht für überzogen".

Nach dem Vorreiter Sachsen in der vergangenen Woche zogen am Montag die meisten Länder mit der Maskenpflicht nach. Als letztes Land folgt am Mittwoch Schleswig-Holstein. In den meisten Bundesländern müssen Bürger einen Mund-Nase-Schutz im öffentlichen Nahverkehr tragen, in Berlin gilt die Pflicht nur in Bussen und Bahnen. Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery sprach sich dafür aus, dass die Schutzmasken von den Krankenkassen bezahlt werden, auch wenn sie derzeit teuer seien. "Es kostet ungleich mehr, wenn jemand erkrankt. Die Kosten der Masken nicht zu übernehmen, wäre kurzsichtig gedacht", sagte Montgomery der "Passauer Neuen Presse".

mik/dpa-AFX