Coronakrise Wirtschaft in der Eurozone schrumpft 2020 so stark wie noch nie

Die Corona-Pandemie hat den gemeinsamen Währungsraum ökonomisch hart getroffen: Die Wirtschaftsleistung ist vergangenes Jahr in der Eurozone um fast sieben Prozent zurückgegangen.
Beschäftigte in Renault-Werk im französischen Flins-sur-Seine: Die Wirtschaft schrumpfte am Jahresende – aber nicht so stark wie befürchtet

Beschäftigte in Renault-Werk im französischen Flins-sur-Seine: Die Wirtschaft schrumpfte am Jahresende – aber nicht so stark wie befürchtet

Foto: MARTIN BUREAU / AFP

In der Coronakrise hat die Eurozone ihren bislang höchsten jährlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung verzeichnet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im gemeinsamen Währungsraum ist 2020 um 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat auf Grundlage von ersten Schätzungen mit . In der gesamten EU schrumpfte die Wirtschaft etwas weniger stark um 6,4 Prozent.

Im letzten Quartal des Jahres lag die Wirtschaftsleistung demnach um 0,7 Prozent unter dem des Vorquartals. Ökonomen hatten aufgrund der zahlreichen Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet.

Dabei entwickelte sich die Wirtschaft im Zeitraum von Oktober bis Dezember in den Mitgliedstaaten unterschiedlich: In Österreich brach das BIP um 4,3 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal ein, auch Italien (minus 2,0 Prozent) und Frankreich (minus 1,3 Prozent) verzeichneten starke Rückgänge. In allen anderen Ländern der Eurozone wuchs die Wirtschaftsleistung hingegen gegenüber dem Vorquartal, am stärksten in Litauen mit 1,2 Prozent und in Lettland mit 1,1 Prozent, in Deutschland waren es 0,1 Prozent.

Vergleicht man allerdings die Daten des vierten Quartals nicht mit dem Vorquartal, sondern dem vierten Quartal des Vorkrisenjahrs 2019, lag die Wirtschaftsleistung in allen Ländern der Eurozone im Minus – am stärksten in Spanien (minus 9,1 Prozent) und Österreich (minus 7,8 Prozent).

Damit gab es im vergangenen Jahr aufgrund der Coronakrise deutlich unterschiedliche Phasen der Konjunkturentwicklung. Nach dem stärksten Quartalsrückgang im Zeitraum von April bis Juni seit Beginn der Statistik 1995 – konkret um minus 11,7 Prozent – folgte in den Sommermonaten Juli bis September mit niedrigem Infektionsgeschehen und nur wenig Corona-Beschränkungen ein starker Aufschwung um 12,4 Prozent. Mit den neuerlichen Shutdown-Maßnahmen infolge der zweiten Corona-Welle ab dem Herbst sank die Wirtschaftsleistung wieder.

fdi
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