Zweite Corona-Welle IWF fürchtet um Aufschwung in Eurozone

In der Eurozone sind die Infektionszahlen nach dem Sommer in die Höhe geschnellt. Nun warnt der IWF: Falls die zweite Corona-Welle nicht eingedämmt wird, könnte die Erholung der Wirtschaft gebremst werden.
Fast leeres Restaurant in Barcelona (am 23. November): Staatliche Unterstützung ist noch länger nötig, meint der IWF

Fast leeres Restaurant in Barcelona (am 23. November): Staatliche Unterstützung ist noch länger nötig, meint der IWF

Foto: LLUIS GENE / AFP

Nach dem tiefen Absturz im Frühjahr erholt sich die Konjunktur in der Eurozone seit dem Sommer wieder deutlich – doch nun droht die zweite Corona-Infektionswelle nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) diesen Prozess abzubremsen. Sollte sich die Lage in der Pandemie in den nächsten Monaten nicht wesentlich ändern, werde das Wachstum im ersten Quartal 2021 geringer ausfallen als zuletzt erwartet, teilte der IWF mit .

Konkrete Zahlen, wie hoch beziehungsweise niedrig das Wachstum nach seiner Prognose ausfallen könnte, nannte der IWF allerdings nicht. Der aktuelle Ausblick sei mit immenser Unsicherheit behaftet, vor allem wegen der Pandemie, die es einzugrenzen gelte, heißt es in der Einschätzung.

Der IWF empfiehlt den 19 Ländern der Eurozone, die seit Ausbruch der Coronakrise extrem lockere Finanzpolitik fortzusetzen. Dies sei wegen der zweiten Welle vermutlich länger nötig als zunächst gedacht. »Solche Unterstützungen zu früh zurückzunehmen, würde die Erholung aus der Spur werfen.« Mit den staatlichen Geldern wurde zuletzt vor allem verhindert, dass Firmen reihenweise pleitegehen und noch mehr Beschäftigte ihre Arbeitsplätze verlieren.

Wichtig sei auch der 750 Milliarden Euro schwere Corona-Wiederaufbaufonds der EU, der ein spürbarer Treiber der konjunkturellen Erholung werden könnte, so der IWF. Hier müsse Europa die letzten Hürden bei der Umsetzung und Verteilung der Gelder überwinden. »Weitere Verzögerungen würden die Perspektiven der Erholung in der Eurozone verschlechtern.«

Ungarn und Polen blockieren die Auszahlung, weil sie sich daran stören, dass die Gelder an die Einhaltung rechtsstaatlicher Prinzipien wie der Unabhängigkeit von Gerichten und Medien gekoppelt werden sollen.

fdi/Reuters