Berechnung des Ifo-Instituts Coronakrise beschert Deutschland bislang Minus von 330 Milliarden Euro

Die Pandemie beschert Deutschland auch ökonomisch Long Covid: Die Coronakrise hat nach neuesten Berechnungen in Summe bereits enorm viel an Wirtschaftsleistung gekostet.
Oldenburg im März 2021: Wo sonst dichtes Gedränge herrschte, war monatelang wenig los

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Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa

Die wirtschaftlichen Ausfälle durch Corona belaufen sich in Deutschland auf 330 Milliarden Euro für die Jahre 2020 und 2021. »Dies entspricht einem volkswirtschaftlichen Verlust in Höhe von zusammen zehn Prozent der Wirtschaftsleistung des Jahres 2019«, sagt Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser, der die Zahlen berechnet hat.

Zukünftige Wertschöpfungsverluste, die etwa durch Ausfälle in der Bildung entstünden, seien in den Berechnungen des Instituts noch nicht berücksichtigt. Bei der Berechnung stützen wir uns auf die Konjunkturprognose des Ifo-Instituts vom Dezember 2019 für die Jahre 2020 und 2021. »Ohne die Krise wäre die deutsche Wirtschaft in diesen Jahren um 1,3 Prozent pro Jahr gewachsen.«

Stattdessen brach die Wirtschaftsleistung im ersten Coronajahr 2020 massiv um 4,6 Prozent ein und konnte diese Verluste im vergangenen Jahr mit einem Plus von 2,8 Prozent  bei Weitem nicht wettmachen – geschweige denn so stark steigen, dass der Wachstumspfad von vor der Krise wieder erreicht worden wäre. Die gesamtwirtschaftliche Leistung sei trotz des Wachstums im vergangenen Jahr spürbar unter ihren Möglichkeiten geblieben, so Wollmershäuser.

»Dies ist die schwerste Weltwirtschaftskrise seit der Großen Depression in den Dreißigerjahren«, sagt Ifo-Chef Clemens Fuest. Es sei daher richtig gewesen, »dass die deutsche Regierung die Wirtschaft entschlossen stabilisiert hat. Nicht durch eine klassische nachfrageorientierte Konjunkturpolitik, sondern durch Stabilisierung der Finanzmärkte und Überbrückungshilfen für Beschäftigte, Selbstständige und Unternehmen«, so Fuest.

Die Folgen der Krise seien nun einerseits höhere Staatsschulden und eine schlechtere Bildung, sagte Fuest. Andererseits zähle dazu aber auch ein Digitalisierungsschub, der die Wirtschaft etwa mit Homeoffice und Onlinehandel verändere.

fdi
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