Eigene Firma in der Coronakrise Donald Trump ruft die Deutsche Bank zu Hilfe

Die Coronakrise drückt die US-Wirtschaft in die Rezession. Das spürt auch der frühere Immobilienunternehmer Donald Trump. In der Not ist er auf das Wohlwollen seiner Hausbank aus Frankfurt angewiesen.
Donald Trump vor einer seiner Immobilien (Golfanlage Turnberry in Schottland)

Donald Trump vor einer seiner Immobilien (Golfanlage Turnberry in Schottland)

Foto: Jan Kruger/ Getty Images

Lange hatte Donald Trump das Coronavirus und dessen Folgen kleingeredet, doch inzwischen hat sogar der US-Präsident umgedacht. Jetzt fürchtet er plötzlich Hunderttausende Tote in seinem Land - Trumps Opfer-Schätzungen verdoppeln sich mitunter binnen 24 Stunden.

Der Ernst der Lage ist also offenbar im Weißen Haus angekommen. Unklar ist indes, wer oder was den Präsidenten zur Einsicht getrieben hat: Womöglich der Immunologe Anthony Fauci, der für Amerika die gleiche Rolle spielt wie der Charité-Professor Christian Drosten für Deutschland. Vielleicht war es aber auch schlicht die Entwicklung am US-Immobilienmarkt, über den Trump nach eigenen Angaben noch besser Bescheid weiß als über viele andere Dinge.

Denn inzwischen spürt Trump die Kollateralschäden der Jahrhundertkrise am eigenen Portemonnaie: Wie die "Washington Post" herausgefunden hat, musste die von seinen Söhnen Eric und Donald Jr. geleitete Trump Organization den Verkauf einer Immobilie in der Hauptstadt Washington auf Eis legen - der Markt ist wie eingefroren, ein Käufer nicht in Sicht. Mehr noch: Weil auch in den USA das Leben weitgehend zum Stillstand gekommen ist, seien die meisten Trump-Häuser - zumeist Hotels oder Ferienresorts - kaum oder allenfalls zu zehn Prozent belegt.

Trumps Firmen kommen nicht an Staatshilfe

Wöchentlich verliere Trumps Holding 680.000 Dollar an Einnahmen, berichtet die Zeitung. Das ist bitter, denn als Präsident stehen ihm gerade einmal 400.000 Dollar jährlich zu, wobei er sogar auf dieses Salär verzichtet und sich aus eigenem Antrieb mit einem symbolischen Gehalt von einem Dollar begnügt. Auch sein politischer Einfluss reicht offenbar nicht aus, seinen Söhnen zur Seite zu springen. In den Verhandlungen über das Rettungspaket für Amerikas Unternehmen verhinderten die oppositionellen Demokraten, dass Trumps Firmen Hilfen beanspruchen können.

Und so hat die Trump Organization inzwischen die Hausbank der Präsidentenfamilie - die Deutsche Bank - um Aufschub von Kreditzahlungen gebeten. Und die Trumps wären nicht die Trumps, wenn sie ihr Ansinnen nicht in einen größeren, globalen Rahmen stellen würden. "In diesen Tagen arbeiten alle zusammen. Mieter mit Vermietern, Vermieter mit Banken. Die ganze Welt arbeitet zusammen im Kampf gegen diese Pandemie", erklärte Trumps Sohn Eric. Denkbar ist zudem, dass die Deutsche Bank zusätzliche Sicherheiten als Kreditpfand von der Trump Organization verlangt, sogenannte Margin Calls. Das Geldhaus selbst will die Informationen auf Anfrage nicht kommentieren.

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Trump und die Deutsche Bank verbindet eine jahrzehntelange, äußerst wechselvolle Partnerschaft - von umfangreichen Kreditbeziehungen bis hin zu gegenseitigen Klagen war fast alles dabei . Derzeit soll die Trump Organization der Deutschen Bank noch Hunderte Millionen Dollar schulden. Allein drei Trump-Hotels in Washington, Chicago und Miami wurden mit 300 Millionen Dollar von dem Frankfurter Geldhaus finanziert.

Die Geschäftsverbindung des angeschlagenen deutschen Finanzhauses mit dem Immobilienmagnaten und gegenwärtigen US-Präsidenten bietet seit Jahren Stoff für Verschwörungstheorien. So ist denkbar, dass die Deutsche Bank ihre Kredite inzwischen weiterverkauft hat, es wäre jedenfalls ein übliches Vorgehen. Als Käufer werden in einschlägigen Kreisen russische Investoren genannt, die Trump jetzt finanziell in der Hand hätten, was wiederum dessen Begeisterung über Russlands Präsidenten Wladimir Putin erkläre.

Bewiesen ist davon nichts. Und die Deutsche Bank schweigt zu den Geschäftsbeziehungen beharrlich. Dennoch halten sich die Gerüchte hartnäckig - auch, weil die Demokraten seit Jahren versuchen, Trumps Verbindung zur Deutschen Bank um Russland zu erweitern. Damit sind sie bislang ziemlich erfolglos gewesen, nun aber wird die Dauerschleife Trump-Deutsche Bank um ein Kapitel erweitert. Fortsetzung folgt.