Rezession im ersten Quartal Coronakrise trifft deutsche Wirtschaft mit Wucht

Das Statistische Bundesamt hat die ärgsten Befürchtungen bestätigt. Die deutsche Wirtschaft ist im ersten Quartal wegen der Corona-Pandemie so stark eingebrochen wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Auch die Baubranche meldet ein Minus.
Hohe Straße in Köln: Stärkster Rückgang im Quartalsvergleich

Hohe Straße in Köln: Stärkster Rückgang im Quartalsvergleich

Foto: Thomas Vonier/ imago images

Die Coronakrise trifft die deutsche Wirtschaft mit Wucht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im ersten Vierteljahr gegenüber dem Vorquartal um 2,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Die Wiesbadener Behörde bestätigte damit erste Schätzungen von Mitte Mai. Der Einbruch zum Jahresanfang war der stärkste Rückgang im Quartalsvergleich seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09 und der zweitstärkste seit der deutschen Wiedervereinigung.

Am stärksten gingen im ersten Vierteljahr die privaten Konsumausgaben und die Exportumsätze zurück. Unternehmen investierten deutlich weniger in Maschinen, Geräte, Fahrzeuge und andere Ausrüstungen. Nur die verstärkten Investitionen für Bau und Konsum des Staates verhinderten den Angaben zufolge einen noch stärkeren Absturz. Allerdings sank der Auftragseingang auch im Bauhauptgewerbe bereinigt um Preiserhöhungen um 10,5 Prozent gegenüber dem Vormonat

Im März hatte sich die Pandemie in Europa ausgebreitet. Ausgangsbeschränkungen, geschlossene Grenzen und Geschäfte brachten das Wirtschaftsleben in großen Teilen zum Erliegen. Bereits im Schlussquartal 2019 war die Wirtschaftsleistung nach jüngsten Berechnungen der Statistiker gegenüber dem Vorquartal um 0,1 Prozent zurückgegangen. Sinkt die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge, sprechen Ökonomen von einer "technischen Rezession".

mik/dpa
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