Unterbrochene Lieferketten Britischer Handelsverband befürchtet Versorgungsengpässe

Die Nachricht von dem mutierten Coronavirus verschärft die Probleme im Zusammenhang mit dem Brexit. Schon warnen Verbände vor Versorgungsengpässen.
Hafen von Dover: »Längere Schließung wäre ein Problem«

Hafen von Dover: »Längere Schließung wäre ein Problem«

Foto: Stephen Lock / i-Images / imago images/i Images

Angesichts geschlossener Grenzen und unterbrochenener Fährverbindungen warnen britische Verbände vor Versorgungsengpässen. »Das ist eine Hauptversorgungsroute für frische Produkte in dieser Jahreszeit«, sagte der Lebensmittelexperte des Handelsverbandes BRC, Andrew Opie einer Mitteilung zufolge. Nur wenige Fuhrunternehmen würden riskieren, ihre Fahrer nach Großbritannien zu schicken – ohne eine Garantie, dass diese auf den Kontinent zurückkehren können. Der Chef des Transportverbands RHA, Richard Burnett, sagte am Montag dem Sender BBC Radio 4, der Transport von frischen und verderblichen Waren sei nun die größte Herausforderung.

BRC-Chef Opie forderte die britische Regierung und die EU auf, so schnell wie möglich eine pragmatische Lösung zu finden, um Störungen bei Lieferungen vor Weihnachten möglichst zu vermeiden. Derzeit seien die Lager gefüllt. »Aber jede längere Schließung der französischen Grenze wäre ein Problem«, sagte der Funktionär. Normalerweise würden in der Vorweihnachtszeit etwa 10.000 Lastwagen täglich den Ärmelkanal überqueren.

Premierminister Boris Johnson hat für Montag ein Krisentreffen der Regierung einberufen. Dabei soll geklärt werden, wie der Warenfluss gewährleistet werden kann. Frankreich und andere EU-Staaten haben wegen der raschen Ausbreitung der neuen Corona-Variante die Grenzen zum Vereinigten Königreich geschlossen. Damit können Lastwagen nicht mehr über den Ärmelkanal setzen.

Wegen des Weihnachtsgeschäfts, großer Lieferungen von Medizin- und Pflegeprodukten infolge der Corona-Pandemie und der Ungewissheit über den Ausgang des Brexit-Dramas herrscht ohnehin bereits seit vielen Tagen ein Lastwagenchaos auf den Zufahrten zum Ärmelkanal. Der Hafen Dover und der Eurotunnel sind seit der Nacht zum Sonntag geschlossen.

mik/dpa
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