Krisenmanagement Chinas Notenbank will 174 Milliarden Dollar in die Wirtschaft pumpen

Die chinesische Zentralbank versucht, Sorgen vor wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus zu dämpfen. Geplant ist die größte geldpolitische Maßnahme seit anderthalb Jahrzehnten.
Hauptquartier der chinesischen Zentralbank in Peking

Hauptquartier der chinesischen Zentralbank in Peking

Foto: Jason Lee/ REUTERS

Chinas Zentralbank will neue Maßnahmen ergreifen, um die Volkswirtschaft nach Ausbruch des Coronavirus zu stützen. Man werde den Märkten am Montag frische Liquidität im Wert von 1,2 Billionen Yuan zur Verfügung stellen, teilte die People's Bank of China (PBOC) mit . Umgerechnet sind das 173,8 Milliarden Dollar.

Bereitgestellt werde das Geld über sogenannte umgekehrte Repogeschäfte, hieß es. Vereinfacht gesagt bedeutet das: Die Zentralbank kauft Banken Papiere ab - wodurch diese mehr Cash zur Verfügung haben. Später müssen die Institute die Papiere zu einem etwas höheren Preis zurückkaufen.

Umgekehrte Repogeschäfte dienen dazu, kurzfristig mehr Geld ins Wirtschaftssystem zu pumpen: Ziel ist, dass Banken das zusätzliche Kapital in Form von Krediten an Unternehmen weiterreichen. Die genauen Konditionen der Repogeschäfte gab die PBOC zunächst nicht bekannt.

Die Ausbreitung des Coronavirus in China hatte zuletzt Sorgen vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft geschürt. Anleger sorgten sich, dass eine länger anhaltende Epidemie den chinesischen Binnenkonsum bremsen könnte - zumal das Land noch immer auch unter dem Handelskonflikt mit den USA leidet. Eine Wachstumsdelle in China würde auch die Konjunktur in vielen anderen Ländern belasten. (Die genauen systemischen Folgen können Sie hier nachlesen.)

Die geplante Geldspritze der PBOC wäre die größte seit 2004, berichtet die Wirtschaftsagentur Bloomberg . Allerdings diene die Maßnahme vor allem dazu, bestehende Liquidität zu erhalten: Am Montag laufen nämlich andere kurzfristige Anleihen im Umfang von mehr als einer Billion Yuan aus. Unterm Strich wird die Geldmenge im Markt also nur leicht ausgeweitet.

Die umgekehrten Repogeschäfte sind nicht die einzige geldpolitische Maßnahme, die die PBOC ergreifen will. Die Zentralbank hatte in den vergangenen Tagen noch weitere Aktionen in Aussicht gestellt . Man werde unter anderem auch Kreditzinsen angemessen senken, um betroffene Firmen zu stützen, hieß es.

ssu
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