Coronavirus Lufthansa streicht allein im April 23.000 Flüge

"Weitere Annullierungen sind zu erwarten": Die Lufthansa hat wegen der Coronakrise Zehntausende Verbindungen abgesagt. Betroffen sind hauptsächlich Europa, Asien und der Nahe Osten.
Lufthansa-Maschinen am Flughafen Berlin Schönefeld: Drehkreuze sollen erreichbar bleiben

Lufthansa-Maschinen am Flughafen Berlin Schönefeld: Drehkreuze sollen erreichbar bleiben

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Sean Gallup/ Getty Images

Die Flotte der großen A380-Maschinen ist bereits seit Tagen am Boden, doch die Folgen der Coronakrise treffen bei Lufthansa längst auch andere Bereiche des Geschäfts: Deutschlands größte Fluggesellschaft hat nun angekündigt , von sofort an bis zum 24. April 23.000 Flüge zu streichen. Zum Vergleich: Der Konzern hat rund 780 Flugzeuge in der Flotte, die 2019 durchschnittlich 3226 Flüge pro Tag absolvierten.

"Weitere Annullierungen sind für die nächsten Wochen zu erwarten", teilte die Airline mit. Anpassungen ab dem 25. April werde man später bekannt geben. Die Maßnahme betrifft nach Konzernangaben vor allem Europa, Asien und den Nahen Osten. "Bei den Streichungen wird darauf geachtet, alle Destinationen auf allen Kontinenten mit einer Airline der Lufthansa Group über die Drehkreuze Frankfurt, München, Zürich, Wien und Brüssel erreichbar zu halten."

Landeverbot für Flüge aus Italien

Die Lufthansa hatte bereits in der vergangenen Woche angekündigt, dass man Kurzarbeit plane und wegen der Virus-Epidemie die Flugkapazität - abhängig von der weiteren Entwicklung der Nachfrage - in den nächsten Wochen um bis zu 50 Prozent zu reduzieren.

Nach Angaben von Konzernchef Andreas Otto fallen auch bei der zur Lufthansa-Gruppe gehörenden Austrian Airlines zahlreiche Flüge aus. "Leider sind wir aufgrund der Entwicklung des Coronavirus dazu gezwungen, noch stärker und schmerzhafter in unser Flugprogramm einzugreifen als bisher", sagte er.

Aufgrund eines behördlichen Landeverbots für Flüge aus ganz Italien werde Austrian Airlines ab sofort Neapel und Rom nicht mehr anfliegen. Bereits am Dienstag wurden die Italien-Destinationen Bologna, Mailand und Venedig gestrichen. Damit werde ganz Italien bis auf Weiteres nicht mehr angeflogen, erklärte die Fluggesellschaft.

Auch die zum irischen Billigflieger Ryanair gehörende Lauda streicht viele Flüge: Vom 29. März bis zum 30. April werde der Flugplan um 30 Prozent reduziert, teilte Lauda mit.

apr/dpa/Reuters
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