Covid-19-Ausbruch im Schlachthof 7000 Tönnies-Mitarbeiter müssen in Quarantäne

Unter dem Covid-19-Ausbruch in einem Schlachtbetrieb in NRW leidet die gesamte Region. Die Produktion steht still, Schulen und Kitas sind geschlossen. Und rund 7000 Mitarbeiter müssen in Quarantäne.
Tönnies-Schlachtbetrieb in Rheda-Wiedenbrück

Tönnies-Schlachtbetrieb in Rheda-Wiedenbrück

Foto: Friso Gentsch / dpa

Wegen des Covid-19-Ausbruchs ist der Schlachtbetrieb bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gestoppt. 7000 Mitarbeiter, die auf dem Werksgelände gearbeitet haben, müssen in Quarantäne. Sie würden nun nach und nach auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet, sagte am Mittwoch Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU), der auch den Produktionsstopp angeordnet hatte. Einen allgemeinen Lockdown für den Kreis werde es nicht geben, obwohl die wichtige Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen deutlich überschritten sei.

Die Schlachtungen seien bereits am Mittwochmittag eingestellt worden, nun würden weitere Bereiche nach und nach heruntergefahren, teilte das Unternehmen mit. Wie lange der Produktionsbereich geschlossen bleibe, müssten die Behörden nach Lage entscheiden.

Durch den Stopp des Schlachtbetriebs fehlen nach Angaben des Landrats 20 Prozent der Fleischprodukte auf dem deutschen Markt. Auch die Schweinezüchter stünden vor Problemen, weil ihre Tiere zu einem bestimmten Termin schlachtreif seien.

Als mutmaßliche Gründe für die zahlreichen Infektionen nannte das Unternehmen die Rückkehr von Arbeitern nach Heimaturlauben sowie die Kühlung in Bereichen der Firma. Gekühlte Räume beförderten offenbar das Übertragen des Virus auf viele Personen, so Tönnies-Vertreter Gereon Schulze Althoff.

Laut Landrat Adenauer wurden bislang 1050 Tests durchgeführt, wobei von bisher gut 980 ausgewerteten inzwischen 657 positiv ausgefallen seien. Die Zahl kann sich aber schnell ändern, weitere Befunde stehen noch aus. Der Test besage nicht, dass die Betroffenen aktuell noch erkrankt und ansteckend seien, so die Verantwortlichen. Er schlage auch später noch an.

"Wir können uns nur entschuldigen", sagte Tönnies-Sprecher Andre Vielstädte. Man habe "intensiv" daran gearbeitet, das Virus "aus dem Betrieb zu halten". Dem Unternehmen zufolge ist noch nicht ganz klar, ob es einen oder mehrere Infektionsherde gebe. Der oder die Herde müssten in den vergangenen Wochen in den Betrieb hereingetragen worden sein, da die behördlich verordneten Tests vor drei bis vier Wochen bei den betroffenen Mitarbeitern noch negativ gewesen seien.

mik/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.