DAB Bank Chef verliert Machtkampf - und geht

Im Ringen um die richtige Strategie für die DAB Bank hat ihr Chef Matthias Kröner den Kürzeren gezogen. Offenbar auf Druck der Mutter HypoVereinsbank hat er sein Amt niedergelegt.


Matthias Kröner: Er baute die DAB Bank auf, nach seinem Abgang könnte sie verkauft, reintegriert oder mit einem Partner fusioniert werden
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Matthias Kröner: Er baute die DAB Bank auf, nach seinem Abgang könnte sie verkauft, reintegriert oder mit einem Partner fusioniert werden

München - Nachdem ConSors in die Arme von BNP Paribas flüchtete und comdirect sich ein schmerzhaftes Sparprogramm verordnet hat, geht damit der Kehraus unter Deutschlands Internet-Banken weiter. Die DAB, die im Nemax 50 gelistet ist, teilte mit, Kröner sei bereits Ende Oktober ausgeschieden. In den vergangenen Wochen kursierten zahlreiche Gerüchte über seinen möglichen Rücktritt. Grund für den Abgang soll ein Konflikt mit HypoVereinsbank-Chef Albrecht Schmid gewesen sein. Die HVB-Group hält rund 70 Prozent an der DAB.

Womöglich wird nun der Weg frei für eine Fusion von DAB Bank und comdirect. HypoVereinsbank und Commerzbank würden seit Wochen in verhandeln, berichtete das "Handelsblatt". Durch eine Verschmelzung würde einer der größten europäischen Broker mit über einer Million Kunden entstehen.

Die Zeitung schrieb, die Gespräche befänden sich in einem fortgeschrittenen Stadium. Der designierte Vorstandssprecher der HypoVereinsbank, Dieter Rampl, sowie Martin Blessing, Privatkundenvorstand der Commerzbank, nähmen an ihnen teil. Kröner war offenbar schon nicht mehr dabei.

Aus Bankenkreisen hieß es allerdings, neben einer Fusion stehe auch die Reintegration der DAB in die HypoVereinsbank auf der Liste der Möglichkeiten. Denkbar sei weiterhin auch eine völlige Trennung von der DAB.

Der 36-jährige Kröner war bei der DAB ein Mann der ersten Stunde, passte aber offenbar nicht mehr in die Zeit. HVB-Chef Schmidt soll schon Anfang August in einem internen Schreiben an seine Führungskräfte angekündigt haben, alle unrentablen Töchter auf den Prüfstand zu stellen und notfalls zu verkaufen oder zu schließen. Die DAB verbuchte im ersten Halbjahr 2002 ein Minus von gut 30 Millionen Euro.

Als Assistent der Geschäftsführung der damaligen Hypobank war Kröner bereits an der Entwicklung des Discount-Brokers beteiligt. Nach der Gründung der Direkt Anlage Bank im Mai 1994 leitete er dort zunächst das Privatkundengeschäft. Im September 1997 wurde er Geschäftsführer. Seit der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft im Oktober 1997 war er Vorstand, seit März 2001 Vorstandssprecher. Noch Anfang September hatte der stets optimistisch gestimmte Ex-Chef betont, sein Haus im kommenden Jahr aus eigener Kraft in die Gewinnzone führen zu können.

Kröner selbst sagte am Montag, er wolle sich nach fast zehn Jahren bei der Bank neuen Aufgaben widmen. Die wichtigsten Maßnahmen bei der DAB seien weitestgehend umgesetzt und würden erfolgreich sein. "Meiner Einschätzung nach haben wir die schwersten Zeiten schon hinter uns". Das Verhältnis zur HypoVereinsbank und Vorstandschef Schmidt sei nicht schlecht gewesen, sondern "ganz normal und schlicht professionell".



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