DaimlerChrysler-Aktie Anleger verabschieden sich

Der Kurs der DaimlerChrysler-Aktie ist auf Talfahrt. Anleger und Analysten erwarten offenbar keine Kunststücke mehr von Konzernchef Jürgen Schrempp.


DaimlerChrysler-Zentrale
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DaimlerChrysler-Zentrale

Frankfurt am Main/Stuttgart - Das Papier verlor in Frankfurt bis zum Mittag knapp dreieinhalb Prozent. "Auf der heutigen Aufsichtsratsitzung werden wohl keine Riesenüberraschungen mehr beschlossen werden", sagte Analyst Jan Grießhammer von Helaba Trust Management. Daher verkauften viele Investoren noch vor der offiziellen Bekanntgabe des Sanierungsplanes am Montag.

Grießhammer zufolge ist nur noch unklar, ob DaimlerChrysler seine US-Zulieferer um 5 oder 4,5 Prozent herunterhandeln kann. Seiner Meinung nach sind diese Kosteneinsparungen der wichtigste Teil des Restrukturierungsprogramms.

Der Aufsichtsrat von DaimlerChrysler tagt momentan in Stuttgart, um über die neue Geschäftspolitik zu beraten. Bereits Ende Januar hatte der Konzern bekannt gegeben, dass rund 26.000 Stellen in den nächsten drei Jahren bei Chrysler gestrichen werden sollen. Auch bei dem japanischen Autobauer Mitsubishi, an dem DaimlerChrysler mit 34 Prozent beteiligt ist, sollen Medienberichten zufolge 6000 bis 8000 Mitarbeiter entlassen und zwei Pkw-Werke geschlossen werden. Der Konzern kommentierte diese Berichte nicht. Mitsubishi hat ebenso wie DaimlerChrysler für Montag eine Pressekonferenz angekündigt.

Seit längerem kursieren Gerüchte, dass Mercedes-Benz-Motoren in Chrysler-Modellen eingebaut werden sollen. Dies würde eine Abkehr von der bisherigen Strategie bedeuten. In der Vergangenheit hatten sich Mercedes-Benz-Manager jedoch gegen einen Einsatz von entscheidenden Mercedes-Komponenten bei Chrysler gewehrt.



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