DaimlerChrysler Autobauer weist Gerüchte um Chrysler-Verkauf zurück

Nach dem Gewinneinbruch im dritten Quartal hat der Autokonzern DaimlerChrysler dementiert, er könnte die US-Tochter Chrysler verkaufen. Nach Einschätzung von Analysten wird sich trotzdem der Druck auf Chrysler erhöhen.


Los Angeles - Der Autobauer DaimlerChrysler Chart zeigen ist Vermutungen entgegengetreten, er erwäge einen Verkauf seiner US-Tochter Chrysler. DaimlerChrysler bekräftige seine frühere Aussagen, dass es keine Pläne gebe, die Chrysler Group zu verkaufen, sagte ein Sprecher des Stuttgarter Automobilkonzerns.

DaimlerChrysler-Chef Zetsche: Analysten rechnen mit Ausgliederung von Chrysler
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DaimlerChrysler-Chef Zetsche: Analysten rechnen mit Ausgliederung von Chrysler

Gestern waren nach einer Telefonkonferenz mit Analysten und Journalisten zu den Quartalszahlen Spekulationen über den Verkauf aufgekommen. DaimlerChrysler-Finanzvorstand Bodo Uebber hatte gesagt, das Unternehmen halte sich alle Optionen offen. Dabei hatte Uebber einen Verkauf von Chrysler ausdrücklich nicht ausgeschlossen, Vermutungen hierüber jedoch als "Spekulation" bezeichnet.

"Die geänderte Kommunikation zu Chrysler überrascht", sagte ein Analyst als Reaktion auf die Aussagen des Daimler-Finanzvorstands. "Das erhöht den Druck auf Chrysler mächtig", so der Branchenexperte weiter. Bislang habe der Automobilkonzern einen Verkauf von Chrysler immer ausgeschlossen - jetzt auf einmal nicht mehr.

Verfehlte Modellpolitik

"Ich halte einen Verkauf an einen anderen Konzern allerdings eher für ausgeschlossen, da Chrysler stark mit Mercedes verlinkt ist und ein potenzieller Chrysler-Käufer dann zu viel Know-How von Mercedes erhielte", sagte der Analyst, der namentlich nicht genannt werden wollte. Die Erwartung gehe eher in Richtung einer Abtrennung, Ausgliederung oder eines separaten Listings von Chrysler.

Das Unternehmen hatte zuvor bekannt gegeben, dass die raschen Fortschritte bei der Sanierung der Nobelmarke Mercedes-Benz den Autokonzern vor einem Rutsch in die Verlustzone bewahrten. Die verfehlte Modellpolitik der US-Tochter Chrysler ließ den Gewinn des weltweit fünftgrößten Herstellers dennoch im dritten Quartal auf die Hälfte zusammenschrumpfen.

DaimlerChrysler hatte in Stuttgart mitgeteilt, dass der Betriebsgewinn in den Monaten Juli bis September auf 892 Millionen Euro von 1,84 Milliarden Euro im Vorjahr geschmolzen sei. Chrysler habe einen Verlust von 1,16 Milliarden Euro gemacht.

tim/Reuters/DowJones



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