DaimlerChrysler Betriebsrat macht Friedensangebot

Nachdem Mercedes-Chef Jürgen Hubbert verlangt hatte, die Arbeitskosten im Stammwerk Sindelfingen zu senken, drohten die Betriebsräte schon mit einem offenen Arbeitskampf. Einem Zeitungsbericht zufolge bieten sie nun den Verzicht auf Lohnerhöhungen an.


Produktion der C-Klasse in Sindelfingen: Hubbert droht mit Verlagerung nach Bremen
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Produktion der C-Klasse in Sindelfingen: Hubbert droht mit Verlagerung nach Bremen

Stuttgart - Der DaimlerChrysler-Betriebsrat sei bereit, auf einen Teil der vereinbarten Lohnzuwächse zu verzichten, sagte Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm dem Blatt zufolge auf einer Betriebsversammlung im Werk Sindelfingen. Insgesamt würde DaimlerChrysler damit etwa 180 Millionen Euro sparen. Das Geld solle aber nur dann geopfert werden, wenn DaimlerChrysler die bestehenden Arbeitsplätze in dem Werk sichert.

Erst vor einigen Tagen hatte Klemm davor gewarnt, dass bis zu 10.000 Arbeitsplätze in Sindelfingen gefährdet seien, wenn sich Hubbert mit allen seinen Forderungen durchsetzen würde. Der Betriebsratsvorsitzende drohte außerdem mit einem offenen Arbeitskampf, sollte der Vorstand hart bleiben.

Mercedes-Chef Hubbert: Kostendruck an allen Standorten
DPA

Mercedes-Chef Hubbert: Kostendruck an allen Standorten

Konkret haben die Betriebsräte angeboten, dass die Werksmitarbeiter auf eine Entgelterhöhung von 2,79 Prozent verzichten könnten, die bereits tariflich vereinbart war und ab dem Jahr 2006 gelten sollte. Mit dem Vorschlag will der Betriebsrat neuen Schwung in die festgefahrenen Gespräche bringen.

Hintergrund der Auseinandersetzung ist eine Entscheidung des Mercedes-Vorstands über den Bau der neuen C-Klasse. Hier hatte Hubbert laut darüber nachgedacht, die Produktion nicht in Sindelfingen, sondern im Werk in Bremen anzusiedeln. Laut Betriebsrat verlangt der Mercedes-Chef aber von allen Mercedes-Standorten deutliche Einsparungen.

Ein Termin für neue Verhandlungen gibt es noch nicht. Vor allem der Frankfurter IG-Metall-Vorstand schaut mit Sorge auf den DaimlerChrysler-Konzern. Was dort ausgehandelt wird, gilt häufig als Vorbild für andere Unternehmen.



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