DaimlerChrysler Das Imperium schlägt zurück

Nach langem Schweigen beginnen sich die deutschen Manager von DaimlerChrysler nun gegen die Angriffe aus den USA zu wehren. Die Chrysler-Führung soll bei der Fusion Informationen zurückgehalten haben.


Trutzburg: DaimlerChrysler-Zentrale in Stuttgart
DPA

Trutzburg: DaimlerChrysler-Zentrale in Stuttgart

Stuttgart - "Offensichtlich wurden uns in der Vorbereitungsphase der Fusion von Chrysler nicht alle entscheidenden Kennzahlen zugänglich gemacht", sagte DaimlerChrysler-Aufsichtsratsmitglied Manfred Göbels der Wirtschaftswoche. Seiner Meinung nach sollen auch die Produktionsexperten bei der Analyse der Chrysler-Fabriken hinters Licht geführt worden sein.

In Branchenkreisen wird diese Äußerung als gezielte Aktion des DaimlerChrysler-Managements gewertet, um Vorstandschef Jürgen Schrempp zu stützen. Die Substanz dieses Angriffes auf den transatlantischen Partner wird allerdings bezweifelt. Anhand der Geschäftsentwicklung sei keineswegs ablesbar, dass Chrysler schon zu Zeiten den Fusion "schwarze Flecken" hatte. Schrempp selbst hatte Chrysler als "Produktivitätsweltmeister" bezeichnet.

Die Atmosphäre zwischen Daimler und Chrysler ist momentan offenbar schwer belastet. Selbst der Schrempp-Gefolgsmann Göbels konnte sich einer Kritik am Chef nicht erwehren. "Schrempp ist ein Macher, der sich eher an Hard Facts wie Fundamentaldaten und Strategien orientiert als an Soft Facts wie Führungsphilosophie oder interkulturellem Austausch", sagte er im Interview. Sein Kollege Eckhard Cordes, designierter Chef der Nutzfahrzeugsparte des Konzerns, sieht darin allerdings kein Problem: "Was wir brauchen ist ein traditioneller Management-Ansatz: tough, direkt, ohne Gnade".

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