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24. Juli 2000, 11:29 Uhr

DaimlerChrysler

Gewinnwarnung erwartet

Der DaimlerChrysler-Konzern plant angeblich für das laufende Geschäftsjahr 2000 eine Gewinnwarnung. Besonders das Geschäft in den USA sorgt offenbar für Probleme.

US-Geschäft macht Sorgen: DaimlerChrysler-Zentrale in Stuttgart
DPA

US-Geschäft macht Sorgen: DaimlerChrysler-Zentrale in Stuttgart

Frankfurt am Main - Die Ausgabe der Gewinnwarnung sei bei der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen des Stuttgarter Konzerns am Mittwoch geplant, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf gut unterrichtete Kreise.

Ein DaimlerChrysler-Sprecher sagte, es handele sich um Spekulationen, zu denen sich das Unternehmen wie üblich nicht äußere. Auf der Hauptversammlung im April hatte der Konzern für dieses Jahr noch Zuwächse beim Gewinn je Aktie angekündigt.

Dem Zeitungsbericht zufolge wird DaimlerChrysler in seiner Halbjahresbilanz "gute Zahlen" für das erste Halbjahr 2000 veröffentlichen. Das Unternehmen sei aber weniger optimistisch für die zweite Hälfte des Jahres. Besonders problematisch sei das Geschäft in den USA.

In Nordamerika liefern sich die drei großen Hersteller General Motors, Ford und DaimlerChrysler angesichts der erwarteten leichten Abkühlung der Autokonjunktur einen harten Preiskampf. Der starke Wettbewerb dort hatte bereits im ersten Quartal 2000 den Gewinn von DaimlerChrysler belastet. Bei einem Umsatzzuwachs um 17 Prozent auf knapp 41 Milliarden Euro hatte der Konzern einen operativen Gewinn von knapp 2,5 Milliarden Euro ausgewiesen, was einem Rückgang um drei Prozent entsprach. Der Gewinn je Aktie war allerdings leicht gestiegen.

Noch auf der Hauptversammlung des Konzerns Ende April hatte Vorstandschef Jürgen Schrempp für das gesamte Geschäftsjahr 2000 wie für das erste Quartal 2000 einen Zuwachs beim Gewinn je Aktie vorhergesagt. 1999 hatte der größte europäische Industriekonzern bei einem Umsatz von knapp 150 Milliarden Euro einen bereinigten Gewinn von 6,23 Milliarden Euro erzielt.

Der Kurs der DaimlerChrysler-Aktie gab am Montag zunächst deutlich nach. Das Papier wurde am Vormittag um gut eineinhalb Prozent niedriger gehandelt, während der Dax nur um rund ein halbes Prozent im Minus lag.

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