DaimlerChrysler Gewinnwarnung wegen hoher US-Verluste

Das US-Geschäft wird die Bilanz von DaimlerChrysler noch stärker belasten als erwartet. Die Aktie legte dennoch zu.


Chrysler-Fabrik

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Stuttgart - Die Chrysler Group hat im dritten Quartal einen operativen Verlust in Höhe von 600 Millionen Euro hinnehmen müssen, teilte der deutsch-amerikanische Autokonzern am Mittwoch in Stuttgart mit. Dadurch werde auch der Gesamtkonzern beeinträchtigt: Mit sieben Milliarden Euro werde das bereinigte Ergebnis wohl deutlich niedriger ausfallen als die zehn Milliarden Euro im letzten Jahr.

Einen Rückgang im operativen Geschäft von Chrysler hatte Konzernchef Jürgen Schrempp schon im Sommer angekündigt. Damals hatte er gesagt: "Wir werden im operativen Geschäft das Vorjahresniveau nicht ganz erreichen". DaimlerChrysler sah sich jetzt aber schon vor dem Ende des dritten Quartals zur "Klarstellung unterschiedlicher Einschätzungen über die Gewinnsituation" genötigt.

Die Frankfurter Börse reagierte am Nachmittag auf die Nachricht dennoch mit einem Kurssprung von 3,5 Prozent. In New York stieg die Aktie um fast sechs Prozent. Die Händler honorierten die positiven Erwartungen für das vierte Quartal.

Noch Ende Juli hatte Schrempp ein insgesamt positives Betriebsergebnis vorausgesagt. Auch jetzt betonte das Unternehmen, dass das Nettoergebnis und das Ergebnis je Aktie deutlich über den entsprechenden Werten des Vorjahres liegen würden. Retten wird die Stuttgarter eine Reihe von Einmalerträgen aus dem Börsengang der Dasa und dem Teilverkauf des debis Systemhauses.

US-Markt hart umkämpft

Als Grund für den Einbruch im hart umkämpften US-Markt wurden vor allem die höheren Preisnachlässe auf Grund der Modellwechsel bei den Chrysler-Marken genannt. Hinzu kämen höhere Zinsen, die Auswirkungen der gestiegenen Benzinpreise sowie die Anlaufkosten für neue Modelle. Chrysler werde aber schon im vierten Quartal wieder positive Ergebnisse erzielen. Neben neuen Modellen würden dazu Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung beitragen.

Deutlich besser als Chrysler geht es Mercedes-Benz und Smart, die in diesem Jahr mit einem Rekordabsatz von über 1,1 Millionen Fahrzeugen rechnen. Bei den Nutzfahrzeugen erwartet der Konzern trotz des Einbruchs auf dem Markt für schwere Lkw in den USA Geschäftsergebnisse, die über dem hohen Vorjahresniveau liegen.

1999 hatte DaimlerChrysler mit seinen 467.000 Beschäftigten einen weltweiten Umsatz von 150 Milliarden Euro erreicht und war auf ein Betriebsergebnis von elf Milliarden (bereinigt zehn Milliarden) Euro gekommen. Die genauen Ergebnisse des dritten Quartals werden am 26. Oktober veröffentlicht, kündigte DaimlerChrysler an.



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