DaimlerChrysler-Hauptversammlung Kopper und Schrempp unter Beschuss

Auf der Hauptversammlung des Autokonzerns DaimlerChrysler hat die geplante Erhöhung der Aufsichtsratsbezüge bei vielen Aktionären für Unmut gesorgt. Aktionärsvertreter legten Aufsichtsratchef Hilmar Kopper, dessen Bezüge mehr als verdoppelt werden sollen, den Rücktritt nahe.


Schrempp auf der Hauptversammlung: Mächtig unter Feuer
DPA

Schrempp auf der Hauptversammlung: Mächtig unter Feuer

Berlin - "Viele Aktionäre sind der Meinung, dass in Ihrer Person ein sofortiger Rücktritt geboten wäre", sagte Lars Labryga von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) an die Adresse von Kopper. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hielt dem Aufsichtsrat ebenfalls Maßlosigkeit vor. Kritik gab es auch daran, dass DaimlerChrysler Chart zeigen die Bezüge der einzelnen Vorstandsmitglieder nicht offenlegen will.

Auf Vorschlag des Vorstands sollen Aufsichtsräte bei dem deutsch-amerikanischen Konzern künftig 75.000 statt 51.000 Euro verdienen. Koppers Einkommen soll sogar von 102.000 auf 225.000 Euro angehoben werden.

DSW-Sprecher Jörg Pluta vermutete, dass die Erhöhung der Aufsichtsratbezüge eine Gegenleistung für die vorzeitige Vertragsverlängerung von Konzernchef Jürgen Schrempp sei. Dies sei "sozial nicht vertretbar". Vor der Hauptversammlung hatte auch einer der größten Investmentfonds, Union Investment, die Erhöhung kritisiert.

DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp hat die harsche Kritik scharf zurück gewiesen. "Im Vergleich mit anderen DaxChart zeigen-Unternehmen bekommen unsere Aufsichtsräte wenig", sagte Schrempp auf der Hauptversammlung.



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