DaimlerChrysler Kommission untersucht Mordvorwürfe


AP

Hamburg - Die Kommission unter Leitung des Berliner Völkerrechtlers Professor Christian Tomuschat soll überprüfen, ob Mercedes-Manager in Argentinien während der Diktatur (1976 bis 1983) die Adressen von insgesamt 14 Betriebsräten und Gewerkschaftern an Militärs gegeben und damit deren Verschleppung und wahrscheinliche Ermordung begünstigt haben.

Wie der SPIEGEL erfuhr, will der Staranwalt Ricardo Monner Sans jetzt in Argentinien Strafanzeige gegen DaimlerChrysler erstatten. Die Staatsanwaltschaft in Nürnberg ermittelt in diesem Fall bereits wegen des Verdachts der Beihilfe zum Mord. Der beschuldigte Mercedes-Manager bestreitet, die Adressen der Arbeitnehmer damals weitergereicht zu haben.

DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp hatte bereits auf der Hauptversammlung des Konzerns angekündigt, wenn zur Aufklärung eine Untersuchungskommission nötig sein sollte, "dann werden wir uns dem nicht verschließen“.



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