DaimlerChrysler Sanierungskonzept fällt durch

Die Analysten reagieren sehr zurückhaltend auf die jüngsten Nachrichten des Stuttgarter Automobil-Konzerns. Ihre Skepsis richtet sich speziell gegen das Sanierungskonzept für die angeschlagene US-Tochter Chrysler.


Der Stern sinkt: Analysten bleiben skeptisch
AP

Der Stern sinkt: Analysten bleiben skeptisch

Frankfurt am Main - Merck Finck & Co empfiehlt den Verkauf von DaimlerChrysler-Aktien bei einem Kurs von 55 Euro. Im Moment bewegt sich das Papier oberhalb von 52 Euro. Die Aussichten auf weiteres Wachstum seien durch die unsicheren Restrukturierungsmaßnahmen des deutsch-amerikanischen Konzerns im laufenden Jahr sehr getrübt, sagte Merck-Anaystin Pia-Christina Schulze.

Eigentlich lägen die heute veröffentlichten Geschäftszahlen insgesamt im Rahmen der Erwartungen, so Schulze. Hauptverantwortlich für die hohen Einbußen sei das schlechte Nordamerika-Geschäft des Partners Chrysler gewesen. Vorstandschef Jürgen Schrempp dürfe sich jetzt aber auf keinen Fall mehr die Frage stellen, ob die Fusion mit Chrysler überhaupt ein richtiger Schritt gewesen sei.

Nur wer auf eine Übernahme spekuliert, sollte die Aktie halten: "Als Übernahmekandidat ist DaimlerChrysler momentan sehr billig, für den Anleger aber eigentlich wieder zu teuer." Schulze empfiehlt kurzfristig orientierten Anlegern, Kursschwankungen zwischen den Marken von 43 Euro und 55 Euro auszunutzen.

Die Analysten von Independent Research haben die DaimlerChrysler-Aktie auf "Untergewichten" herabgestuft. Anlass dafür ist die Höhe der Sanierungskosten der US-Sparte, im laufenden Jahr auf zwei bis drei Milliarden Dollar geschätzt werden.

Zusätzlich dürfte die bisher hoch profitable US-LKW-Sparte Freightliner einen Verlust von 500 Millionen bis 700 Millionen Dollar im laufenden Jahr erwirtschaften, so die Analysten. Darüber hinaus gebe es erhebliche Unwägbarkeiten bezüglich der Höhe der Restrukturierungskosten bei Chrysler und Mitsubishi sowie des unklaren Zeitpunkts der Ertragswende.



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