DaimlerChrysler Schrempp bekräftigt Ertragsziel für 2003

Auch DaimlerChrysler spürt angesichts der anhaltend schwachen Weltkonjunktur zunehmend Gegenwind bei seinem Ziel, den operativen Gewinn in diesem Jahr weiter zu steigern. Trotzdem wollen die Stuttgarter an ihrem Ertragsziel für 2003 festhalten.


Rabattaktionen machen Chrysler zu schaffen: DaimlerChrysler Zentrale in Stuttgart
DPA

Rabattaktionen machen Chrysler zu schaffen: DaimlerChrysler Zentrale in Stuttgart

Berlin - "Das Erreichen der selbst gesetzen Ziele ist deutlich schwieriger geworden - dennoch wollen wir alles daran setzen, sie zu erfüllen", sagte Vorstandschef Jürgen Schrempp auf der DaimlerChrysler-Hauptversammlung am Mittwoch in Berlin.

DaimlerChrysler halte sogar an dem Ziel fest, 2003 - von Einmaleffekten abgesehen - ein besseres operatives Ergebnis zu erzielen als im Jahr zuvor. 2002 hatte der Stuttgarter Automobilhersteller auf operativer Basis rund 5,8 Milliarden Euro verdient. Schrempp sagte, das erste Quartal sei nach vorläufigen Zahlen in so weit durchaus ermutigend verlaufen, als der Konzern die Stellhebel selbst habe beeinflussen können.

Analysten hatten das erstmals im Februar genannte Ziel von DaimlerChrysler zunächst als wenig ambitioniert bezeichnet. Nun stellte Schrempp die Aussage unter den Vorbehalt, dass der Krieg im Irak relativ kurzfristig beendet werde und die wichtigsten Märkte für DaimlerChrysler keine weiteren signifikant negativen volkswirtschaftlichen Effekte zu verkraften hätten.

Schwierigkeiten sieht DaimlerChrysler vor allem in den USA. Der US-Automarkt habe im ersten Quartal nicht nur unter einem rückläufigen Absatz, sondern auch unter der Rabattschlacht der großen Hersteller gelitten, die die Renditen beeinträchtigt habe.

"Die Chrysler Group konnte sich dieser Entwicklung nicht entziehen", sagte Schrempp. Angesichts dessen kämpfe der drittgrößte US-Autobauer darum, wie geplant ein operatives Ergebnis in Höhe von rund zwei Milliarden Dollar vor Einmaleffekten zu erreichen. Dabei helfen sollen zusätzliche Kostensparmaßnahmen. Die Konzernsäule Chrysler hatte sich als einziger Geschäftsbereich früh auf ein konkretes Ergebnisziel festgelegt.

Mercedes-Benz sei dagegen gut in das neue Jahr gestartet, hieß es. In den ersten drei Monaten waren von der Marke 266.900 Fahrzeuge verkauft worden, ein Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Einschließlich Smart und Maybach hatte die Mercedes Car Group die Verkaufszahlen mit 291.200 Einheiten auf Vorjahresniveau gehalten.

Für die ertragsschwache Nutzfahrzeugsparte bekräftigte der Vorstandschef das Ziel, das Ergebnis gegenüber 2002 zu steigern. Die hohen Restrukturierungsmaßnahmen sollten sich in diesem Jahr auszahlen. Das Geschäft mit Lkw und Bussen habe sich bei Absatz, Umsatz, Auftragseingang und Marktanteilen gut behauptet.



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