DaimlerChrysler Schrempp bleibt bis 2008

Im Vorstand des DaimlerChrysler-Konzerns stehen größere Veränderungen an. Die Vorstände für Finanzen und die Mercedes-Sparte geben ihre Posten an jüngere Kollegen weiter. Der Vorstandschef soll dagegen für weitere drei Jahre im Amt bleiben.

Stuttgart - "Der Aufsichtsrat hat sich einstimmig für eine Verlängerung des Mandats von Jürgen Schrempp ausgesprochen und beabsichtigt, ihn in seiner nächsten Sitzung für weitere drei Jahre zum Vorstandsvorsitzenden zu bestellen", hieß es in einer Mitteilung des Konzerns. Der Vertrag des 59-Jährigen wäre im April 2005 ausgelaufen. Nach Aktienrecht kann der Vertrag erst nach der Hauptversammlung am 7. April formal verlängert werden.

Aufsichtsratschef Hilmar Kopper und Arbeitnehmervertreter hatten bereits in den vergangenen Wochen signalisiert, an Schrempp festhalten zu wollen. In der Branche und im Konzern war aber nur mit einem Zweijahresvertrag gerechnet worden.

Der Wechsel an der Spitze des wichtigsten Ertragsbringers von DaimlerChrysler, Mercedes, geht früher als erwartet über die Bühne. Der 43-jährige Wolfgang Bernhard wechselt zum 1. Mai zurück nach Stuttgart und soll nach einer dreimonatigen Übergangsphase am 1. August die Führung der Sparte von Jürgen Hubbert übernehmen. Zugleich wird er vom stellvertretenden zum ordentlichen Vorstandsmitglied befördert.

Bernhard ging nach seinem Studium zur Unternehmensberatung McKinsey. 1994 wechselte er in die damalige Daimler-Benz AG und war dort für den Produktionsanlauf der neuen S-Klasse verantwortlich. Der Liebhaber schneller Autos übernahm danach die Leitung beim hauseigenen Autoveredler AMG. Schrempp schickte ihn im November 2000 zusammen mit Dieter Zetsche nach Detroit. Dort setzte Bernhard als Vizechef ein hartes Sanierungsprogramm um.

Der 64-jährige Hubbert, dessen Vertrag bis April 2005 läuft, bleibt zunächst im Vorstand. Wie bisher soll er sich als Leiter des Executive Automotive Committee (EAC) weiter um die Abstimmung der weltweiten Modellpolitik aller Pkw-Konzernmarken kümmern.

Mit Tom LaSorda rückt neben Chrysler-Einkaufschef Thomas Sidlik ein zweiter Nordamerikaner in den Konzernvorstand ein. Der bisherige Leiter der Produktion von Chrysler folgt Bernhard dort zum 1. Mai 2004 als Chef des operativen Geschäfts (COO). LaSorda war 2000 von GM zu Chrysler gestoßen. 1991 hatte er das Opel-Werk in Eisenach aufgebaut.

Neuer Finanzvorstand von DaimlerChrysler wird wie erwartet Bodo Uebber. Sein Vorgänger Manfred Gentz, geht zum 16. Dezember dieses Jahres in den Ruhestand. Uebber, der erst seit Dezember 2003 Chef der Dienstleistungssparte DaimlerChrysler Services in Berlin ist, soll dieses Amt neben dem Posten des Finanzvorstands behalten. Der 44-jährige Wirtschaftsingenieur ging als Controller zum Luftfahrtkonzern MBB und arbeitete in der späteren Daimler-Benz-Konzerntochter Dasa eng mit Schrempp zusammen. Als Chef von DaimlerChrysler Services ist er auch verantwortlich für die Vorgänge um das Maut-Betreiberkonsortium Toll Collect.

Nicht neu besetzt wird die Position des Entwicklungschefs für Mercedes-Pkw. Die Aufgaben von Hans-Joachim Schöpf, der Ende Juli in den Ruhestand geht, soll Forschungsvorstand Thomas Weber zusätzlich übernehmen.

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